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Wrangelstraße 4 : Neues Leben für das Geisterhaus?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Grundstück Wrangelstraße 4 tut sich etwas. Ein Gartenbaubetrieb brachte die Grünanlagen auf Vordermann - zur Freude der Nachbarn.

Nach unserer Berichterstattung über die Sorge von Anwohnern der Wrangelstraße, die den schleichenden Verfall des Hauses mit der Nummer 4 beobachten, kommt Bewegung in die Angelegenheit. Ein Gartenbauunternehmer aus Glücksburg hat im Vorgarten gemäht, Rasenkanten gepflegt, große Bäume beschnitten und aufgeräumt. „So gut hat es dort schon seit Jahren nicht mehr ausgesehen“, sagen die Nachbarn mit verhaltener Freude. „Wir sind gespannt, wie es nun weitergeht.“

Die Antwort gibt der Eigentümer selbst: „Ich hoffe, dass wir jetzt hier vor Wintereinbruch vorankommen“, sagt Jens Ziesemer-von Wildenradt, als geschäftsführender Gesellschafter der J.E.N.A. Ziesemer von Wildenradt Grundbesitz GmbH. Zu einem Projekt dieser Größenordnung gehöre allerdings mehr als nur eine Baugenehmigung. Hinzu komme Kalkulation, Entmietung, natürlich eine Finanzierungsmöglichkeit zur Umsetzung dieses Projektes und eine Ausschreibung an Handwerker. Zudem habe es Probleme mit einer noch vom Voreigentümer eingetragenen Grundschuld eines insolventen dänischen Finanzierungsinstituts gegeben.

Zwei Optionen stellt Ziesemer-von Wildenrath in den Raum: Zu einen verhandle er mit zwei Investoren, um die Immobilie mit Planung zu verkaufen. Zum anderen gebe es die Möglichkeit, selbst die Finanzierung aufzustellen, um entweder das Projekt zu realisieren und den Vertrieb der Einheiten auf den Weg zu bringen – oder aber man baue den Bestand auf, um hier ein nachhaltiges Renditeobjekt zur Wohnungsvermietung umzusetzen. „Vermutungen“, stellt der Besitzer klar, „dass ich das Objekt als Spekulationsobjekt missbrauche und deshalb verfallen lasse, erschließen sich mir nicht. Welches Geschäft sollte dahinter stecken, bei einem Gebäude, das bis vor einem Jahr noch vermietet war und über 60 000 Euro Jahresmiete erwirtschaftet hat?“ An einen Abbruchantrag sei nicht gedacht. „Wir haben hier über 1000 Quadratmeter zu vermietende Fläche, die ganz sicher saniert werden muss, aber nicht so schlecht ist, dass hier abgebrochen werden muss.“

Auch den Verdacht von Schwammbefall weist Ziesemer-von Wildenradt von sich: „Zumindest höre ich zum ersten Mal davon.“ Richtig sei, dass Umweltpolizei und Bauordnung mehrmals am Objekt gewesen seien. Die Ermittlungen seien jedoch allesamt eingestellt worden.

Und wie verhält es sich mit dem Denkmalschutz? Die Behörde, sagt der Eigentümer, sei ein einziges Mal im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens vor Ort gewesen. „Das Gebäude ist nicht denkmalgeschützt. Es gibt lediglich eine Auflage der Denkmalpflege in Bezug auf die Erhaltung der Fassade.“

Wie berichtet, läuft die Baugenehmigung Ende des Jahres aus. Doch damit hat Jens Ziesemer-von Wildenradt kein Problem. „Wenn Ausführung oder Beginn länger dauern werden, dann beantragen wir eine Verlängerung der Baugenehmigung. Wir sehen zumindest heute keine Gründe, dass dieser Verlängerung nicht zugestimmt werden könnte.“

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