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Oeversee : Neues Gewerbegebiet im Einklang mit der Natur

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeindevertretung Oeversee beschließt die Umwandlung einer ehemaligen Industriefläche.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 11:44 Uhr

Das ehemalige Industriegebiet östlich der Bundesstraße (L  317), auf dem früher eine Kalksandsteinwerk aktiv war, soll in eine „gewerbliche Baufläche“ umgewandelt werden. Das derzeit brach liegende Areal mit Restbauten (Turm und Halle mit Sendemast) soll nach dem Willen der Gemeindevertretetung als „eingeschränktes Gewerbegebiet“ ausgewiesen werden, auf dem sich Unternehmen im Einklang mit den Naturschutz ansiedeln können.

Die Ergebnisse aus Umweltbericht, schalltechnischem Gutachten und artenschutzrechtlicher Prüfung wurden bei der Planung berücksichtigt. So wird es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Pflanzen- und Tierschutz (zum Beispiel für auf dem Gelände ansässige Turmfalken, Rauchschwalben, Zauneidechsen, Fledermäuse) geben, die Nutzung wird eingeschränkt. Das bedeutet: Eine Ansiedlung von erheblich belästigenden Gewerbebetrieben wie Speditionen wird es nicht geben. Auch Einzelhandel oder Tankstellen sind tabu. Die Änderung der Bebauungspläne wurde vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.

Eine zuvor durchgeführte Information der Einwohner über die Neukonzeption des „Gewerbegebietes Krokamp-Mitte“ fand kein öffentliches Interesse. Als 60 Minuten vor Beginn der Gemeinderatssitzung die für interessierte Bürger angesetzte Informationsveranstaltung zum „Gewerbegebiet Krokamp-Mitte“ begann, sah sich die Vertreterin des Handewitter Planungsbüros BBU GmbH vor nahezu leerem Auditorium.

In der Informationsrunde war ausführlich über die zu erwartenden Lärmimmissionen gesprochen worden. Peter Scholtysik (SSW) wollte explizit wissen, ob die Einwohner der anderen Straßenseite mit einer höheren Geräuschbelastung zu rechnen hätten. Dazu Heiko Linke von BBU: „Nein, es wird nicht lauter werden.“

Die Fläche misst 62  600 Quadratmeter, davon werden laut Planung rund 4,5 Hektar (72,6 Prozent) der Gewerbeansiedlung vorbehalten, auf Grün- und Wasserflächen entfallen 26 Prozent. Bürgermeister Bölck (CDU): „Ich finde es überzeugend, wie hier ein Gewerbegebiet im Einklang mit dem Naturschutz geplant worden ist.“

Die öffentliche Auslegung der Pläne für vier Wochen im Amtsgebäude wird ab Ende dieses Monats erfolgen und die Satzungsbeschlüsse werden auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung stehen.

Der Bürgermeister berichtete davon, dass die im Eigentum stehende Seniorenwohnanlage verkauft worden ist und eine für ein weiteres Baugebiet westlich des Stapelholmer Weges notwendige Fläche gekauft wurde.

Die für den Bereich vor der Grundschule beantragte Tempo-30-Zone wurde vom Kreis abgelehnt, weil „die Schule nicht unmittelbar an der Straße steht“. Das löste Unverständnis bei den Politikern aus, von der Amtsverwaltung wurde Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt. Auch eine beantragte Tempo-30-Zone im Bereich des Naturkindergartens wurde von der Kreisbehörde abgelehnt, weil es sich um eine Lage „außerhalb geschlossener Ortschaften“ handelt. Hierfür wurde ein neuer Antrag angekündigt, wie auch zusätzlich eine Tempo-30-Zone vor dem Gelände der dänischen Schule beantragt werden soll.

Beschlossen wurde die Anschaffung eines Messgerätes, das dem Autofahrer die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt und variabel eingesetzt werden soll.

 

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