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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 14:27 Uhr

Handewitt : Neuer Weg ins Erholungsgebiet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wo einst Kiesgruben vorherrschten, wurde eine 675 Meter lange Strecke von Altholzkrug nach Hüllerup angelegt. Die Route folgt einer alten Bahntrasse.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 18:35 Uhr

Am Wald entlang auf den Spuren der Eisenbahngeschichte: Seit Mitte Dezember führt ein neuer Weg vom Parkplatz Altholzkrug am Handewitter Staatsforst entlang zum Radweg zwischen Hüllerup und Neuholzkrug (Bredstedter Straße). Die 675 Meter lange neue Verbindung kostete rund 35 000 Euro, wurde zum Teil aus Mitteln der Aktivregion „Eider-Treene-Sorge“ gefördert. Mit der Liegenschaftsabteilung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten schloss die Gemeinde Handewitt einen Nutzungsvertrag ab, für den sie jährlich 130 Euro zahlen muss.

Der Verlauf des neuen Weges bestimmt eine alte Bahntrasse. Wer ganz genau hinsieht, findet noch ein paar Reste eines alten Gleisbetts. Am 2. November 1926 wurde die Eisenbahn-Strecke von Flensburg nach Husum eröffnet. Drei Zugpaare dampften damals täglich hin und her. Bereits 1959 wurde der Personenverkehr eingestellt, Anfang 1970 schließlich auch der Gütertransport auf dem Teilabschnitt zwischen Flensburg und Wanderup.

Projekt schreitet voran

Heute ist der Weg ein Mosaikstein im großen Kiesnachnutzungs-Projekt „Seenland um Flensburg“, das die Kommunen Wanderup und Handewitt seit mehr als einer Dekade antreiben. Die Hülleruper Swingolf-Anlage liegt in der Nachbarschaft, am Horizont deuten sich Zukunftswünsche wie Campingplatz und Badesee an.

Die ersten „Tester“ fanden bereits Gefallen an der neuen Naherholungs-Route. In den vergangenen Tagen sorgte lediglich ein blaues Verkehrsschild mit Fußgänger-Symbol für Irritationen, da der Weg eigentlich auch für Radfahrer angelegt werden sollte. Auf Nachfrage wurde seitens der Handewitter Gemeindeverwaltung versichert, dass man „die Beschilderung prüfen lassen“ werde.

Nach nunmehr 13 Jahren Planung sollen die früheren Kiesgruben das Zentrum eines Erholungsgebiets werden. Die nach der Plöner Seenplatte zweitgrößte Seenplatte für Schleswig-Holstein entstehen zu lassen, lautet das ehrgeizige Ziel der Kiesnachnutzung auf den Gemeindegebieten von Handewitt und Wanderup.

1600 Hektar umfasst der riesige Kiesgürtel, in den der Nassabbau über Jahrzehnte tiefe Narben genagt, bizarre Sandkliffs geformt und tiefe Krater hinterlassen hat, die sich mit Grundwasser gefüllt haben. Neun Seen mit einer Wasserfläche von 200 Hektar sind entstanden. Um sie herum soll ein Seen-Park mit naturnahen Freizeit-, Bildungs- und Übernachtungs-Angeboten entstehen.

Leuchtturmprojekt

Seit vielen Jahren wird geplant, mit Grundbesitzern und Kiesabbauern zum Teil zäh verhandelt, mit Investoren gesprochen und um Fördermittel gerungen. Es handelt sich um ein Leuchtturmprojekt gleich zweier Aktivregionen. Einige Flächen bleiben unberührt, weil sie sich zu Naturparadiesen renaturiert haben. Durch den Kiesabbau in die Landschaft genagte Wunden sollen durch die neue Freizeit-Seenlandschaft geschlossen werden. Vor allem die 2007 komplett geänderte europäische Förderkulisse hatte in der Vergangenheit zu deutlichen Verzögerungen geführt.

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