Neuer Treffpunkt für die Flensburger Neustadt-Szene

Seecontainer an Land: Sprayer haben das Äußere mit farbenfroher Kunst verziert.
Seecontainer an Land: Sprayer haben das Äußere mit farbenfroher Kunst verziert.

shz.de von
30. Mai 2018, 08:31 Uhr

Wie geht man mit einer Straßenszene um, die Probleme bereitet, ohne sie aus der Stadt zu verscheuchen? In Flensburg scheint eine Lösung gelungen, die optimal für beide Seiten ist – für die Szene und für die Stadt. Denn der Verein „Flensburger Norden“ hat nun einen Treffpunkt in der Neustadt mit einem Pavillon und eingerichtetem Container geschaffen. Unterstützt wurde das Projekt durch die Firma „Diethelm und Partner“, die dem Verein am vergangenen Freitag einen Scheck in Höhe von 2500 Euro übergab.

„Begonnen haben die Probleme mit der Flensburger Straßenszene 2012 in der Neustadt“, erzählt Vereinsmitglied Cordelia Feuerhake. Auf dem I.-C.- Möller – Platz vor der Phänomenta fühlten sich damals viele Touristen und Einheimische durch das Milieu belästigt. Um dem entgegen zu wirken, stellte der Verein einen Raucherpavillon in der Neustadt auf.

2014 musste das Gestell hinter Edeka in der Neustadt in die Nähe eines Garagenhofes umziehen. Eine gute Idee, wie sich später zeigte: In demselben Jahr zählten Sozialarbeiter fast 650 Menschen aus der Szene in dem Pavillon. Die Garagen auf dem Platz konnten zudem mitgenutzt werden – bis zum Abriss Ende letzten Jahres.

Ein neuer Treffpunkt musste her, denn: „2017 haben die Sozialarbeiter sogar mehr als 800 Personen aus der Szene in dem Pavillon gezählt“, erklärt Nicolai Altmark, Leiter des Diakonischen Suchthilfezentrums Flensburg. Tatsächlich konnte der „Flensburger Norden“ jetzt einen Ort für die Szene schaffen.

Das Grundstück hinter Edeka wurde hergerichtet, der Pavillon erneuert, Sitzgelegenheiten aufgestellt. Und: Für die Schlechtwetterzeiten steht auch ein Container mit Sofa, Tischen und Stühlen bereit.

Cordelia Feuerhake, die das Projekt mit eingeleitet hat, ist von dem Ergebnis begeistert: „Statt die Szene aus der Stadt zu schicken, kann sie sich hier wohlfühlen, während die Besucher in der Neustadt keine Angst haben müssen.“ Möglich gemacht wurde das durch die Zusammenarbeit vieler Ehrenamtler und die finanzielle Unterstützung von „Diethelm und Partner“. Damit der Treffpunkt gut in Schuss bleibt, ist die Diakonische Suchthilfezentrum jetzt noch auf der Suche nach Sozialarbeitern.



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