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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:05 Uhr

Wohnprojekt : Neuer Start für Freiland

vom

Wohnprojekt zwischen Bahnhof und Campus wird auf breitere Basis gestellt. Kritische Fragen aus der Kommunalpolitik.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 07:21 Uhr

Flensburg | Das Wohnprojekt "Freiland" zwischen Campus und Bahnhof kommt nicht aus den Startlöchern. Am 2. September 2010 wurde die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen, doch über zwei Jahre später liegt das Gelände des ehemaligen Bauhofs immer noch brach. Das soll sich jetzt ändern. Das Planverfahren wird einer Kehrtwende unterzogen; damit ist nicht mehr die Projektgruppe um den Freiland-Erfinder Wolfgang Almenritter allein verantwortlich, sondern die Tür wird ein Stückweit geöffnet für andere Investoren.

"Es hat sich herausgestellt, dass die Projektgruppe die erforderliche Gesamtfinanzierung vor dem Satzungsbeschluss nicht sicher stellen kann", heißt es in der gestern von Umwelt- und Planungsausschuss verabschiedeten Vorlage. Trotz zahlreicher Aktionen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit wurden nicht genug zahlungskräftige genossenschaftliche Mitglieder gewonnen, um loszulegen.

Dennoch war und ist das Projekt ein wichtiger Baustein in dem städtischen Großprojekt Bahnhofsumfeld. Hier soll in den kommenden 15 Jahren ein völlig neues Stadtviertel mit mehreren hundert neuen Wohnungen entstehen. Und trotz seiner Probleme ist Freiland der einzige Baustein, der schon recht konkret ist. Deshalb hält die Stadt daran fest, hat jedoch ein Verfahren gefunden, "um der Gruppe zu helfen", wie es Planungschef Peter Schroeders gestern ausdrückte.

Knackpunkt ist die teure Verkehrserschließung: Das Grundstück, das derzeit über das Firmengelände von Pumpen Horn (Tecalemit) erreicht wird, muss über eine neue Straße erschlossen werden, die vom Munketoft den Hang hinunter in das Areal führt. Die rund 70 Stellplätze liegen direkt am Munketoft, das eigentliche Wohnareal ist weitgehend autofrei. Die Kosten für die Straße liegen bei rund einer Millionen Euro - zu viel für eine kleine Projektgruppe.

Aus dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll jetzt ein flexibler Bebauungsplan werden. Vorteil: Wenn die Projektgruppe genug Wohnungen für ihre Mitglieder gebaut hat, kann ein anderer Bauträger einsteigen und weiter bauen. Dazu hat die Stadt jetzt die Möglichkeit, Städtebauförderungsmittel in die Hand zu nehmen, um die Erschließungskosten vorzufinanzieren. Diese Kosten werden später mit rund 200 Euro auf den Preis für jeden Quadratmeter Wohnfläche umgelegt, der 2100 Euro nicht übersteigen soll.

Nach der Kehrtwende bei Freiland stieg das Planungsbüro Conplan ein und macht jetzt die Projektbegleitung. Nicht nur potenzielle Eigentümer sind angesprochen, sondern auch Mieter. So sollen bis zu einem Drittel der Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus als geförderte Mietwohnungen unter 50 Quadratmeter realisiert werden.

Im Planungsausschuss stießen gestern nachmittag vor allem die hohen Kosten für die Zufahrtstraße auf; auch die weitgehende Zerstörung des grünen Hanges durch Straße und Parkplätze wurde kritisiert. Dennoch gab es am Ende eine breite Zustimmung zur Kehrtwende bei Freiland. Wenn die Stadt im Frühjahr 2014 mit dem Bau der Zufahrtstraße beginnt, "können wir im Sommer 2014 loslegen", so Architekt Rainer Steffens. Planer Christensen ist sich sicher, dass Freiland einen großen Zulauf erleben wird, wenn erst die ersten Wände stehen. In drei bis vier Jahren könnten alle Häuser gebaut sein.

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