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Tourismus in Flensburg : Neuer Standort für Wohnmobile

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt gibt Grünes Licht für einen Stellplatz direkt am Bahnhof / Investor Petermann will die Pläne zügig umsetzen

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 15:17 Uhr

„Bevor wir gar keinen haben, nehmen wir lieber diesen.“ Damit sprach die WiF-Vertreterin Susanne Rode-Kuhlig offenbar der Mehrheit des Planungsausschusses aus der Seele. Einstimmig beschloss er, die Anlage eines Stellplatzes für Wohnmobile am Bahnhof planungsrechtlich zu ermöglichen.

Das Thema Wohnmobilstellplatz ist in Flensburg ein leidiges – seit vielen Jahren. Im Sommer, an den Wochenende, zu den Hafenfesten, platzt der vorhandene aus allen Nähten. Dann stehen die weißen Mobile am Industriehafen dicht an dicht. Fußgänger und Radfahrer gehen und fahren zwischen den geparkten Fahrzeugen hindurch, denn der Stellplatz ist Teil der direkten Wegeverbindung Hafenspitze – Sonwik. Irgendeine Infrastruktur sucht man hier vergebens. Es gibt keinen Strom- oder Wasseranschluss, keine Fäkalienentsorgung, keine Müllentsorgung, kein Kiosk, geschweige denn sanitäre Anlagen. Dafür hat der Platz unmittelbaren Blick auf den Hafen (und das Klärwerk). Weiterer Vorteil: Er kostet nichts.

Am Bahnhof sind die Wohnmobilisten unter sich und haben Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge. Zum Shoppen, Essen und Bummeln in der Innenstadt ist es nicht weit, mit dem Klapprad kommt man auch schnell ans Wasser. Bauherr ist Marcus Petermann (Elektro Muttersbach), der selbst seit einigen Jahren mit dem Wohnmobil unterwegs ist.

Für Gorm Casper, Chef der Tourismus-Agentur Flensburger Förde (TAFF), ist der Platz am Bahnhof „eine Zwischenlösung“. Optimal sei die Lage am Bahnhof genauso wenig wie die am Klärwerk. Dennoch freue er sich, dass ein Privater die Initiative ergreift und einen Stellplatz mit Infrastruktur einrichtet. Wichtig sei vor allem der Stromanschluss und die Fäkalienentsorgung. Insgesamt sei in Flensburg die Bedeutung der Wohnmobile für den Tourismus zwar „nachrangig“, so Casper, dennoch müsse eine Stadt wie Flensburg einen guten Wohnmobilstellplatz anbieten. Dass Flensburg ein bedeutendes Ziel ist, sehe man an der großen Zahl der Wohnmobile, die im Sommer den Platz am Industriehafen aufsuchen. Urlauber, die mit diesen oft hochpreisigen Fahrzeugen anreisen, geben in der Regel viel Geld aus. Optimale Plätze gibt es aus Caspers Sicht zum Beispiel in Schleswig und am Nord-Ostsee-Kanal.

Hoch erfreut zeigte sich gestern Marcus Petermann über das Grüne Licht aus dem Rathaus. Jetzt möchte er seine Pläne zügig umsetzen, einen genauen Zeitpunkt konnte er aber noch nicht nennen. Die Flächen müssten bearbeitet werden, damit sie sich zum Abstellen von Wohnmobilen eignen. Geplant seien mindestens 50 Plätze, später könnten es vielleicht 70 bis 80 werden. In einem alten Bahngebäude, der Remise, möchte er Empfang und sanitäre Anlagen unterbringen. „Viel mehr ist nicht zu bauen“, so Petermann. „Das wird kein Campingplatz.“ Als Vorbild nannte er die Plätze in Schleswig, Eckernförde und St. Peter-Ording. Die Wohnmobilisten wollen vor allem einen Stellplatz mit Stromanschluss haben. „Die wollen sich die Stadt anschauen.“ Untersuchungen hätten ergeben, dass Wohnmobilisten in den Städten, die sie besuchen, 100 bis 150 Euro pro Tag ausgeben würden.

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