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Fischotter und Wolf : Neuer Lebensraum für bedrohte Arten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Naturschützer freuen sich über zwei weitere Schutzgebiete. Fischotter am Schafflunder Mühlenstrom nachgewiesen.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 11:00 Uhr

Wie ist es um den Artenschutz im Lande bestellt? Dieser Frage gingen die Teilnehmer des Kreisnaturschutzforums jetzt in Tarp nach. „Der Rückgang vieler Arten macht uns noch immer betroffen. Aber wir haben viel gelernt und daher gibt es auch Erfolge zu verzeichnen“, stellte der Kreisnaturschutzbeauftragte Edmund Link fest.

Einen Einblick in die Bemühungen der Naturschützer, bedrohten Arten wie etwa dem Laubfrosch neuen Lebensraum zu verschaffen, gab Arne Drews vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), in seinem Vortrag „Erfolge aus 10 Jahren Artenhilfsprogramm – Rotbauchunke, Uferschwalbe, Grüne Mosaikjungfer und Co.“. Eine wichtige Erkenntnis ihrer Arbeit der vergangenen Jahre sei, dass einfach nur Tümpel zu graben dem Laubfrosch nicht helfe, so Drews. „Auch kleine Tiere brauchen große Gebiete“, sagte der Referent. Und Biotopschutz allein reiche meist nicht mehr aus. Es müssten auch Verbindungen zwischen den Arealen geschaffen werden. Um den Winderatter See etwa seien auf 280 Hektar 66 Gewässer entstanden.

Ein vollständiges Umdenken habe es bei dem Ansatz gegeben, Lebensraum zu schaffen und dann zu warten, bis die erwünschten Arten einwandern. Aber, so Drews: „Wo soll der Laubfrosch herkommen, wenn im Umkreis von 40 Kilometern keiner ist? Fliegen kann er nicht.“ Also sei man dazu übergegangen, die Tiere aktiv wieder anzusiedeln. „Wir tragen die Tiere auch mal dahin.“

In diesem Winter wurden laut Drews wieder die Bestände der Fischotter kartiert, wie dies alle fünf Jahre geschieht. Spuren der nachtaktiven Tiere seien unter anderem gefunden worden an der Oberen Treene, an der Bollingstedter Au und am Schafflunder Mühlenstrom. Drews zeigte sich davon überzeugt, dass sich auch der Wolf auf Dauer im Land etablieren wird. Sichtungen wie die des Wolfes, der in Hollingstedt in eine Fotofalle tappte, seien dafür Belege.

Erwartungsvoll blicken die Naturschützer auf die bevorstehende Verabschiedung des neuen Landesnaturschutzgesetzes. Als positiv bezeichnete Link, dass der Knickschutz im Gesetz verankert wurde, die Situation der Knicks habe sich bereits verbessert. Dass die Funktion der Naturschutzbeiräte und -beauftragten festgeschrieben werde, bezeichnete er als „wichtiges Element des ehrenamtlichen Naturschutzes“. Erfreut zeigte er sich über die Ausweisung der neuen Naturschutzgebiete Bockholmwik und Obere-Treene-Landschaft.

Sorgen bereiten dem Kreisnaturschutzbeauftragten aber nicht nur die Erhaltung der freilebenden Arten und frei laufende Hunde in Naturschutzgebieten. Auch die Gattung Naturschützer sieht er in der Region durch Überalterung bedroht: „Ich mache das Amt schon seit 27 Jahren und bin immer noch einer der Jüngsten.“ Nachwuchs ist also hochwillkommen.

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