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Flensburger Tageblatt

22. September 2017 | 15:45 Uhr

Neuer Konkurrent vor der Tür

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Zukunft zwei Zimmervermittlungen in Glücksburg aktiv / Vermarkter GLC bietet ab 2015 Unterkünfte an der Flensburger Förde an

Der Wettbewerb hat schon begonnen. Während die kommunale Gesellschaft der Lokalen Tourismusorganisation um Flensburg und Glücksburg noch gegründet wird, stellt sich der bisherige touristische Vermarkter Glücksburgs schon als möglicher Konkurrent auf. Die Glücksburg Consulting AG (GLC) eröffnete ihren Kunden – den Vermietern am Ort – dass das Unternehmen auch 2015 Unterkünfte vermitteln werde, dann allerdings als freier Anbieter. Der Geschäftsbesorgungsvertrag der Stadt Glücksburg läuft Ende 2014 aus. Ab 2015 wollen sich Flensburg, Glücksburg, das Amt Langballig und Harrislee mit eigener LTO-Gesellschaft vermarkten.

Edith Seemann, Vorstand bei GLC, bestätigt unserer Zeitung: „Den touristischen Vertrieb werden wir weiterhin gewährleisten, der bleibt bestehen.“ Doch bisherige Leistungen wie Marketing, Bearbeitung der Kurabgabe, Organisation von Veranstaltungen und Stadtführungen fielen weg.

Allerdings habe sich die Stadt im letzten Schritt noch nicht zur LTO bekannt, bemerkt Seemann. Steuerfragen der LTO-Beteiligung würden noch durch das Finanzamt geprüft. Deshalb hält die Marketing- und Tourismus-Fachfrau immer noch eine Ausschreibung für möglich – zumindest solange die LTO noch nicht im Geschäft ist oder für Glücksburg am Ende gar zu teuer werden könnte.

Bisher hat GLC nicht nur das Fachwissen gestellt. Das Unternehmen hat sowohl die Räume als auch die Systeme wie Hard- und Software, Buchungsprogramm und die Mitarbeiter vorgehalten. Fünf der sechs Mitarbeiter werden zum Jahresende gekündigt. Nur einer der fünf hat eine Chance auf Weiterbeschäftigung, dann aber am Hauptsitz Hamburg.

Ab 2015 müsste die LTO eigene Büroräume einrichten und die technischen, fachlichen Systeme wie Mitarbeiter stellen. Will Glücksburg weiterhin Kurabgabe einnehmen, muss sie eine eigene Tourist-Information haben. Wenn nicht, verlöre Glücksburg die Geldquelle Kurabgabe. „Das Ausstatten einer solchen Tourist-Information kostet mindestens 100 000 Euro“, weiß Seemann und bietet weiterhin die Dienste des Unternehmens an.

Die Vermieterin Susanne Fürstenberg kann sich Glücksburg ohne Tourist-Information nicht vorstellen: „Die LTO muss auf alle Fälle eine Anlaufstelle hier in Glücksburg haben“, sagt die Betreiberin des Gästehauses Käte Petersen in Glücksburg-Bockholm. Fürstenberg hält eine Tourist-Information zur Orientierung der Gäste, aber auch der Vermieter für notwendig. „Ich bin ein wenig unglücklich über die jetzige Situation, die wir Vermieter gar nicht wirklich mitbestimmen konnten“, sagt sie und befürchtet eine Verunsicherung ihrer Gäste. „Ich arbeite mit GLC sehr gut zusammen. Dennoch muss ich auch offen sein für die LTO.“

Werner Kiwitt, der Vorsitzende des Touristikvereins Glücksburg, wünscht sich eine schnelle Klärung: „Ich hoffe, dass uns keine schreckliche Wettbewerbssituation blüht.“

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