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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 06:04 Uhr

Neuer Kapitän auf der FH-Brücke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Prof. Dr.-Ing. Holger Watter zum neuen Präsidenten gewählt / Amtsantritt am 1. Februar / Fachhochschulen „auf gutem Weg“

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 07:24 Uhr

„Alles auf Holger!“, rief der designierte Präsident der Fachhochschule Flensburg der Bedienung der „St. Knudsborg“ zu. In das Traditionslokal am Munketoft hatte Holger Watter, Professor für Schiffsbetriebstechnik an der FH, eine Runde aus Senat und Kollegium spontan eingeladen, nachdem er im zweiten Wahlgang vom Senat zum künftigen Präsidenten gewählt worden war; am 1. Februar wird er Amtsinhaber Herbert Zickfeld ablösen.

„Ich freue mich auf interessante Aufgaben und neue Herausforderungen mit einem starken, kollegialen und leistungsfähigen Team“, so Watter. Präsident Herbert Zickfeld gratulierte Watter zur Wahl. „Ich bin davon überzeugt, dass Holger Watter dieses wichtige Amt mit großem Engagement und Ideenreichtum ausfüllen wird“, so Zickfeld über seinen Nachfolger.

Im Gespräch mit dem Flensburger Tageblatt outete sich Watter als „Überzeugungstäter der Fachhochschulen“. Die deutschen Fachhochschulen seien ein anerkannter Partner von Politik und Wirtschaft. Mit der vor rund zehn Jahren begonnenen Etablierung der Bachelor und Master-Abschlüsse sei die Distanz zwischen Fachhochschulen und Universitäten geringer geworden. Doch während an der FH der Bachelor der Regelabschluss sei und die Master-Quote bei 20 bis 30 Prozent liege, „gelten an der Universität Bachelors als Studienabbrecher“, sagt Watter. „Das ist noch ein Baustelle. Da sind die Fachhochschulen aber auf einem guten Weg.“

Watter ist seit gut vier Jahren im Maritimen Zentrum der Fachhochschule aktiv. Vorher lehrte er an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg und brachte von dort viele Erfahrungen mit. In das Präsidentenamt bringt er von daher sowohl die Kenntnis der eigenen Hochschule als auch eine Sicht von außen mit ein.

Als gelernter Systemtechniker ist der 51-Jährige ein Spezialist für komplexe technische Systeme. Das müssen nicht unbedingt Schiffe sein. „Bei der Windkraftanlage ist der Propeller vorn, beim Schiff hinten“, sagt er etwas flapsig. Beides seien komplexe Systeme – ebenso wie eine Fachhochschule mit 80 Professoren und 4000 Studierenden.

„Ich bin stolz darauf, was wir an der Fachhochschule Flensburg geleistet haben“, fügt er hinzu – und das mit einer strukturellen Minderausstattung. Dabei sei ihm durchaus bewusst, dass man in einem Bundesland sei, das kein Geld habe. In einem aktuellen Ranking liege die FH bei der Forschung im oberen Drittel. „Wir haben ein tolles, leistungsstarkes Team“, betont Watter, der sich an seinem Wohnort Tarp ehrenamtlich in der Gemeindevertretung engagiert und auch in berufsständischen Organisationen Ehrenämter bekleidet. Als es galt, einen neuen Präsidenten zu finden, musste er nicht lange überredet werden: „Ich lasse mich gern in die Pflicht nehmen.“ Seine größte Sorge sei derzeit die Frage der Nachfolge im Maritimen Zentrum: Da gebe es bundesweit nur sehr wenige Kandidaten, die in Frage kämen.

Watter setzte sich gegen zwei Mitbewerber aus Niedersachsen durch: Hedda Sander von der Hochschule „Ostfalia“ in Wolfenbüttel und Gerhard Glatzel von der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Ein Flensburger Kollege Watters war von der Auswahlkommission nicht in die engere Wahl genommen worden.

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