Neuer Hirte einer lebendigen Gemeinde

<strong>Pfarrer Stefan Krinke</strong> vor 'seiner' St. Marien-Kirche am Nordergraben. Foto: gloyer
Pfarrer Stefan Krinke vor "seiner" St. Marien-Kirche am Nordergraben. Foto: gloyer

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27. Februar 2010, 04:59 Uhr

Flensburg | Seit September ist Stefan Krinke der Pfarrer für gut 9000 Gläubige der katholischen Pfarrei Flensburg, zu der auch die Gemeinden Mürwik, Harrislee, Glücksburg und Tarp gehören. "Es ist eine lebendige Gemeinde, die viel mitträgt. Die Flensburger haben mich gut aufgenommen", sagt der 48-Jährige.

Ein besonderes Anliegen ist dem einstigen Jugendpfarrer die Kinder- und Jugendarbeit: "Ich musste feststellen, dass der katholische Religionsunterricht nur sehr wenige Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde erreicht." Auch die ökumenische Verbundenheit liegt Krinke am Herzen: "Auf die Zukunft hin ist manches nur ökumenisch zu schultern", ist er überzeugt. Ein großes gemeinsames Fest auf dem St.-Ansgar-Gelände in Mürwik am 6. Juni soll das Zusammenwachsen der Gemeindeteile zu einer Pfarrei fördern.

Gebürtig in Torgelow in Vorpommern, wuchs Stefan Krinke in Neubrandenburg als Kind vertriebener Sudetendeutscher auf. Aufgrund seines Glaubens verweigerte der 14-Jährige die Jugendweihe "mit ihrem Gelöbnis auf den sozialistischen Staat". Krinke wurde ausgegrenzt, durfte nicht Abitur machen. Er wird Maurer, baut als Baufacharbeiter an den Plattenbauten in Berlin-Kaulsdorf mit. Mit 18 entscheidet er sich, Priester zu werden, absolviert ein Sprachenjahr, studiert Theologie in Erfurt. Aus Schikane muss er für anderthalb Jahre als Bausoldat zur Nationalen Volksarmee.

1990 wird Krinke zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Wittenburg, Wismar und Harburg, als Jugendpfarrer in Teterow, Pfarrer in Hamburg-Bahrenfeld. An die Förde ist er gern gekommen: "Ich war noch nie im Norden Schleswig-Holsteins und bin überrascht, wie schön Flensburg ist". Flensburg-"Aufklärung" gibt es jetzt aus einem geschenkten Petuh-Tanten-Buch. Und auf dem derzeitig in der Garage eingemotteten Motorrad ging es bereits zum Hotdog-Essen nach Süderhaff.

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