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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 02:06 Uhr

Flensburg : Neuer Glanz für die Altstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Sanierungsgebiet startet mit vorbereitenden Untersuchungen. Binnen zehn Jahren könnten fast 40 Millionen Euro Förderung fließen.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | Die Flensburger Altstadt wird jetzt wieder offiziell Sanierungsgebiet. Das historische Areal im Herzen der westlichen Altstadt reicht von der Toosbüystraße/Neuen Straße im Norden bis zum Neumarkt mit dem Deutschen Haus im Süden – und von Norder- sowie Südergraben im Westen bis zu den Hofenden im Osten. Knapp die Hälfte der rund 100 Flensburger Höfe liegen in diesem Sanierungsgebiet, schätzt Denkmalschützer Eiko Wenzel. Als Wohnquartier hat das westliche Stadtzentrum dagegen nur untergeordnete Bedeutung: Keine 2000 Einwohner zählt das fast 30 Hektar große Gebiet.

Das soll sich langfristig ändern. Denn mit dem gestern im Büro von Stadtplaner Peter Schroeders gestarteten Auftakt der vorbereitenden Untersuchungen durch die Planungsbüros Complan (städtebaulicher Denkmalschutz /  Potsdam) und Urbanus (Verkehr und Mobilität/Lübeck) soll überprüft werden, ob der ohnehin bereits hohe Denkmalwert dieses Gebietes rund um die Kernachse Südermarkt – Nordermarkt noch stärker herausgebildet werden kann.

Davon sollen im Idealfall nicht nur die Innenstadtgeschäftsleute profitieren sowie das touristische Potenzial wachsen, sondern auch das zentrale Quartier wieder stärker als Wohnviertel genutzt werden. „Wir wollen das Alleinstellungsmerkmal der langgestreckten Höfe lebensfähig machen“, sagte Peter Schroeders. Sie existierten seit dem späten Mittelalter und seien im 20. Jahrhundert mehrfach gefährdet gewesen, ergänzte Eiko Wenzel.

Der gesamte südliche Teil des Untersuchungsgebiets (südlich der Rathausstraße) sowie der westliche jenseits der Großen Straße ist noch nie förmlich festgesetztes Sanierungsgebiet gewesen. Hier erkennt die Stadt deutliche städtebauliche Missstände: In mehreren Kaufmannshöfen stünden Gebäude oder Teile davon leer, häufig würden nur Erdgeschossbereiche für Läden oder Gaststätten genutzt. Bauliche Mängel und Leerstände, sowohl straßenseitig als auch in den prägenden Kaufmannshöfen, gebe es sogar in der sogenannten 1A-Lage.

Peter Schroeders Zeitplan sieht vor, dass zunächst am 21. Mai, dem Tag der Städtebauförderung, eine erste Veranstaltung in der Nikolaikirche geplant ist: „Dort werden wir mit ersten methodischen Überlegungen an die Öffentlichkeit gehen.“

Planer Hathumar Drost von Complan lobte die Entscheidung der Stadt, die westliche Innenstadt neu zu denken: „Die Flensburger Innenstadt mit ihren historischen Qualitäten ist unterbewertet.“ Er sieht noch große Potenziale bei den Kaufmannshöfen, die die Stadt prägen. Eine erste öffentliche Veranstaltung zu den Inhalten ist im Juni geplant: „Wir wollen, dass das gemeinsam entwickelt wird“, erklärte Drost.

Für das Gesamtprojekt geht Stadtplaner Schroeders mindestens von einem Zyklus von zehn Jahren aus. „Wir hoffen, dass wir in der Landesförderkulisse mit unserer Altstadt eine gewisse Bedeutung haben“, sagt er. Bei einem gedeckelten kommunalen Fördertopf von 1,3 Millionen Euro pro Jahr könnten bei Drittel-Cofinanzierung von Land und Bund jedes Jahr also knapp vier Millionen Euro zur Verfügung stehen, um die historische Dimension der Innenstadt besser in Szene zu setzen. „Da reden wir nicht von drei Euro fünfzig“, sagte Schroeders.

Stefan Luft vom Büro Urbanus soll rund um die städtebauliche Keimzelle alle relevanten Verkehrsfragen zwischen Neumarkt und Neuer Straße unter die Lupe nehmen. Dabei geht es zunächst um die Anbindung des Kfz-Verkehrs samt Parkmöglichkeiten aber auch um Fragen von Radwegen und vielem mehr. Und beim Verkehr würden natürlich wichtige Punkte wie Bahnhof und Bahnhofstraße oder der Übergang vom Nordermarkt zur Schiffbrücke mitbetrachtet. Die vorbereitenden Untersuchungen der beiden Planungsbüros soll ungefähr ein Jahr dauern.

Denkmalschützer Wenzel, der sich das Vorgängerprojekt der deutsch-dänischen Kulturachse ausgedacht hat, hofft nun, dass die Sanierung auch für gute Lösungen für manches Sorgenkind im historischen Immobilienbestand sorgen kann – allen voran für das Eckener-Haus. Zunächst werden alle Hauseigentümer des Gebietes einmal Post bekommen.

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