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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 18:19 Uhr

Nordermarkt : Neuer Glanz für den Neptunbrunnen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An dem Denkmal auf dem Nordermarkt arbeiten seit gestern Steinmetze und Restauratoren. Diese wurden vom Technischen Betriebszentrum der Stadt beauftragt worden, den Brunnen zu restaurieren.

Flensburg | Waldemar Lumma stößt mit schnellen Hammerschlägen den Mörtel aus dem Stein. Der Steinmetz hat begonnen, die Füllungen aus dem Neptunbrunnen zu holen. Die Fachleute sprechen von „desolaten Altersergänzungen“, die entfernt werden. Eine Arbeitsbrille schützt den Mann aus Münster vor fliegenden Teilen. Einige Meter weiter nehmen Malaika Krohn und Bruno Piek den Hydranten in Betrieb.

Das Trio ist vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) der Stadt beauftragt worden, den Brunnen am Nordermarkt zu restaurieren. Das Denkmal von 1758 ist mit Obernkirchener Sandstein im Rokokostil erbaut worden. „Dieser Sandstein ist im norddeutschen Raum fast überall zu finden“, sagt die Steinrestauratorin Krohn, die in Timmendorfer Strand zu Hause ist, und den Steinbildhauer und Restaurator Bruno Piek noch vom Studium in Hildesheim kennt. Beide zeigten sich begeistert von der vielfältigen Architektur in der Fördestadt und würdigten die „gut erhaltene Substanz“ der historischen Brunnenanlage.

Auslöser der Restaurierung ist ein Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege von 2013. Das Amt hatte damals Risse, großflächige Kantenabbrüche, lose Abdeckplatten und vermooste Oberflächen an dem Bauwerk festgestellt. Die Schäden rühren von natürlichem Verschleiß genauso wie von Vandalismus und Schwingungen des Untergrunds, etwa durch den regen Lieferverkehr in den Morgenstunden. An dem 7500 Euro kostenden Gutachten mit Konzept beteiligte sich das Landesamt in Kiel zu 80 Prozent mit Fördermitteln.

Eine fachgerechte Aufbereitung des Bauwerks hielten nicht nur Denkmalpfleger für nötig. Der Verschönerungsverein der Stadt war bei einer Brunnenbegehung schon vor Jahren zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Der Brunnen war bei Arbeiten auf dem Nordermarkt beschädigt und daraufhin 2009 von einem Bauunternehmen repariert worden.

Gestern erstrahlte die Neptun-Skulptur hoch oben bereits in neuem Glanz. Mit einem Hochdruckreiniger ist sie gründlich gesäubert worden. „Aber ganz sanft“, wie Malaika Krohn betont. Denn die Patina solle erhalten bleiben. Denkmalpfleger Henrik Gram war gestern auch vor Ort, um den Ablauf mit den Restauratoren abzustimmen. Die Arbeit ist aufwändig: Alte Mörtelplomben müssen gelöst, Fugen erneuert, Steine gefestigt oder aber komplett ersetzt werden (Vierung). Auch die Stufen am Sockel werden neu ausgerichtet und fundamentiert. Das Becken selbst wird isoliert, es gibt einige Stellen, an denen das Wasser nach außen dringt. „Ende nächster Woche werden wir schon ein ansehnliches Ergebnis haben“, verspricht Krohn.

Nach einer schöpferischen Pause wird das Werk in einem zweiten Arbeitsschritt bis Ende September vollendet sein. Bis dahin wird auch die fehlende rechte Hand Neptuns modelliert und erneuert, damit der Meeresgott den schon seit gefühlten Ewigkeiten vermissten, stählernen Dreizack wieder fest im Griff hat. Vorsichtshalber sind davon zwei geordert worden – falls mal wieder einer spurlos verschwinden sollte.

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