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Bredstedt : Neuer Fall von Tierquälerei: Metallspitze in Pferd gerammt

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Tier stand auf einer Koppel in Bredstedt. Die Tierärztin schließt einen Unfall aus.

Bredstedt | Wieder ist im mittleren Nordfriesland ein Pferd verletzt worden und wieder scheint es sich um eine vorsätzliche Tat zu handeln. Erst vor zwei Wochen wurde im etwa 13 Kilometer entfernten Goldelund ein Pferd verletzt, das daraufhin eingeschläfert werden musste. Nun hat sich ein weiterer Fall in Bredstedt ereignet. Zwei andere Vorfälle aus der weiteren Region will die Polizei noch nicht bestätigen. Außerdem war am 3. Januar ein Pony in Ostenfeld erschossen worden. Der oder die Täter wurden bis heute nicht ermittelt.

Als Nina Lorenzen am Montagmorgen zur Koppel ihrer Pferde in Bredstedt kam, war das linke Hinterbein ihres sieben Jahre alten Wallachs Nic mit dem Metallfuß eines Weidezaunstabs verletzt worden. Die zwei Hälften des zerbrochenen Stabs lagen an unterschiedlichen Enden der Wiese. Die breite Zaunlitze war zudem offenbar sauber mit einem Messer durchtrennt worden. Dr. Vera Kleinen, die behandelnde Tierärztin, hält eine Fremdeinwirkung für sehr wahrscheinlich. „Die ganze Umgebung deutet darauf hin“, sagt sie. „Hätte sich die Litze um das Bein verheddert, wäre die Verletzung viel auffälliger. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das Tier das selbst zugezogen hat.“ Etwa drei Zentimeter tief ist die Stichwunde, die sich kurz unterhalb des Kniegelenkes im Unterschenkel des Tieres befindet.

Die Tat hat Ähnlichkeit mit dem Fall in Goldelund, der sich in der Nacht zum 24. Mai ereignet hat. Ein vier Jahre alter Friesenmix war damals am rechten Hinterbein verletzt worden. Da die 50 Zentimeter lange Verletzung auch den Knochen und das Gelenk umfasste, musste das Pferd eingeschläfert werden. Nic dagegen hatte Glück im Unglück. Er konnte noch von allein stehen und befindet sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung. „Zuerst habe ich gesehen, dass die Litze kaputt war, als ich an die Koppel kam“, erinnert sich Nina Lorenzen. Als sie nachsehen wollte, ob sich eines der vier Pferde daran verletzt haben könnte, sah sie erst, dass das Bein ihres Wallachs blutete. Das Tier konnte zwar noch auf drei Beinen stehen, lahmte aber entsprechend. Und an diesem Morgen ließ sich das ansonsten sehr zutrauliche Pferd nicht so leicht einfangen. Lorenzen informierte ihre Tierärztin und anschließend die Polizei.

Erst am späten Sonntagnachmittag hatte sie die vier zwischen sieben und 18 Jahre alten Wallache auf die Koppel südlich des ehemaligen BGS-Geländes in Bredstedt gebracht – eine Fläche, die von der Straße aus nur schwer einsehbar ist. Gegen 22.30 Uhr kehrte sie noch einmal zurück, um nachzusehen, ob mit den Tieren alles in Ordnung war. „Zu dem Zeitpunkt war noch alles okay“, erinnert sie sich. Als sie dann am darauffolgenden Morgen aber die Verletzung feststellte, setzte sie sich auch mit dem Eigentümer der Fläche in Verbindung. „Da standen immer Pferde“, sagt die 24-Jährige. „Denen ist nie etwas passiert. Und auch bei uns ist bislang noch nie so etwas vorgefallen.“

Nic, ein sieben Jahre alter Haflinger, ist ein reines Freizeitpferd. Nina Lorenzen hat ihn erst vor zwei Monaten bekommen. Er ist noch in der Ausbildung, wird momentan eingeritten. Durch die Verletzung in der Nähe des Kniegelenkes schließt die Eigentümerin nicht aus, dass das Tier bewusst unbrauchbar gemacht werden sollte. Eine ähnliche Vermutung hatte auch der Goldelunder Jan Matthiesen, nachdem sein Pferd vor zwei Wochen auf Höhe des Sprunggelenks verletzt worden war

Konkrete Hinweise auf die Taten gibt es bislang nicht. Allerdings berichtet Matthiesen von einem heller Kastenwagen (möglicherweise zu einem Wohnmobil umgebaut), der sowohl in Goldelund als auch in Bredstedt gesehen worden sein soll. Dies hätten mehrere Zeugen unabhängig voneinander bestätigt. In Goldelund habe ein Unbekannter am Vortag der Tat Ende Mai zudem Fotos von den Pferden auf seiner Koppel gemacht, sagt Matthiesen. Laut Polizei gibt es allerdings keinerlei konkreten Hinweise auf diese Angaben.

Der sieben Jahre alte Haflinger Wallach von Nina Lorenzen stand in unmittelbarer Nähe der ehemaligen BGS-Kaserne in Bredstedt auf einer Pferdekoppel, die Tat hat sich in der Nacht zu Montag ereignet. Die Polizei ist jetzt auf der Suche nach dem Täter oder den Tätern und bittet Zeugen, sich an die Dienststelle in Bredstedt unter Telefon 04671/96056 zu wenden.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 11:47 Uhr

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