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Richtfest in Harrislee : Neuer Druck für frisches Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Edelstahltanks an der Werkstraße für insgesamt vier Millionen Liter / Doppeltes Richtfest für Halle und Erweiterung

Seit über einem halben Jahrhundert bezieht die Gemeinde Harrislee ihr Trinkwasser vom Wasserverband Nord aus Oeversee. Allerdings nicht direkt in die Haushalte, sondern über eine 15 Kilometer lange Leitung zunächst in eine Zwischenstation in der Werkstraße. Auf dem Weg dorthin verliert der Ursprungsdruck von fünf Bar deutlich an Kraft – verantwortlich ist dafür ein zu überwindender Höhenunterschied von etwa 30 Metern. In der ‚Druckerhöhungsanlage‘ wird der Druck auf 4,5 Bar wieder aufgebaut, mit dem die Harrisleer ihr Trinkwasser ins Haus geliefert bekommen.

Diese Anlage war baufällig geworden, sodass der Wasserverband einen Neubau beschloss. „Ursprünglich war eine neue Station auf der grünen Wiese im Grönfahrtweg angedacht. Aus Kostengründen und weil es technisch möglich war, sind wir am alten Standort geblieben“, erläuterte Geschäftsführer Ernst Kern. Bei laufendem Betrieb wurde im August 2016 mit dem Abriss eines Teils der Anlage und dem Bau eines ersten Abschnitts einer 14 Meter hohen Werkhalle begonnen, die sich baulich ins Gewerbegebiet eingliedert. Darin entstand ein großer neuer Behälter aus vier Millimeter starkem Edelstahl, der dank ausgeklügelter Technologie mit Hilfe eines Schweißroboters Bahn für Bahn nach oben wuchs. Seine Maße: zehn Meter Höhe und 16 Meter Durchmesser. Er ersetzt die früheren Tanks aus Beton und hat ein Fassungsvermögen von bis zu zwei Millionen Litern frischen Trinkwassers. Er steht auf einer Betonplatte von nur 30 Zentimetern Stärke; diese gründet jedoch auf 70 stabilisierenden Betonpfählen, die in den Boden eingelassen wurden, und die das Gewicht von 2000 Tonnen trägt. Die Inbetriebnahme erfolgte im April dieses Jahres.

In einem zweiten Bauabschnitt entstand in den vergangenen Monaten eine parallele Erweiterung der Halle, für die jetzt das Richtfest begangen wurde (für den ersten Bauabschnitt gleich mit). Kern begrüßte dazu Mitglieder der Gemeindevertretung und zahlreiche Mitarbeiter der am Bau beteiligten Firmen, die alle aus dem Postleitzahlgebiet mit „2“ stammen – außer der Spezialfirma für den Behälterbau, die im baden-württembergischen Ravensburg (88214) unweit des Bodensees ihren Standort hat.

Witterungsgeschützt wird in diesem Hallenabschnitt jetzt ein zweiter Wassertank mit identischen Maßen aufgebaut, der im kommenden Frühjahr in Betrieb gehen wird. Die Gesamtinvestition für die modernisierte ‚Druckerhöhungsanlage‘ beträgt knapp drei Millionen Euro. „Mit den beiden Tanks von je 2000 Kubikmetern Fassungsvermögen stellen wir die Versorgung Harrislees sicher“, betonte Ernst Kern in seiner Festrede. Diese vier Millionen Liter Trinkwasser entsprächen dem Durchschnittsverbrauch Harrislees mit allen Gemeindeteilen an einem Sommertag. Insgesamt liefere der Verband 800  000 Kubikmeter Frischwasser im Jahr nach Harrislee, was etwa zwölf Prozent der Leistung des Wasserwerks Oeversee ausmache. „Mit diesem Neubau ist Harrislee in der Versorgung von Trink- und Löschwasser mittel- und langfristig gut aufgestellt“, sagte Bürgervorsteher Karl Hermann Rathje. Er erinnerte daran, dass erst vor 50 Jahren in der Gemeinde mit elektrischem Licht und fließendem Wasser „eine neue Zeit“ angefangen habe.

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