Freie Kulturszene Flensburg : Neue Wege: Pilkentafel bekommt Doppelspitze

Cindy Jänicke und Plot Mhako, eingerahmt von Elisabeth Bohde (l.) und Torsten Schütte (r.).
Cindy Jänicke und Plot Mhako, eingerahmt von Elisabeth Bohde (l.) und Torsten Schütte (r.).

Ab 1. August leiten Cindy Jänicke und Plot Mhako das kleine Theater / Bohde und Schütte spielen weiter

shz.de von
30. Mai 2018, 18:25 Uhr

Die bewegten Zeiten bei der Theaterwerkstatt Pilkentafel gehen weiter. Nachdem sich die Hoffnung auf eine Millionenförderung des Bundes zerschlagen haben und der junge Leiter Peer Ripberger die Segel gestrichen hat, planen Elisabeth Bohde und Torsten Schütte jetzt mit einer völlig neuen Personalie die Zukunft. Ab 1. August übernehmen Cindy Jänicke und Plot Mhako die Leitung des kleinen Theaters am Hafen.

„Die Idee ist, das Ensemble von der Spielstätte zu trennen“, erläutert Elisabeth Bohde, Gründerin des Theaters. „Das Haus soll unabhängig von uns weiter geführt werden.“ Auch in Zukunft würden Torsten Schütte und sie zwei eigene Stücke pro Jahr auf die Bühne bringen. Die künstlerische Leitung und die Programmgestaltung werde jedoch bei den Neuen liegen.

Die Neuen – das sind Cindy Jänicke, die in Berlin Dramaturgie studiert hat, dort in der Staatsoper unter den Linden aktiv war, in Wuppertal junges Theater gemacht hat, in München das „Junge Schauspiel“ aufgebaut und geleitet hat. Und Plot Mhako, der in seinem Heimatland Simbabwe einen Namen als Gründer und Leiter eines Tanzprojektes hat und daneben auf vielen anderen Feldern aktiv war. Plot Mhako hat bis vor kurzem das größte Tanzfestival seines Landes geleitet. Er lernte Cindy Jänicke bei einem Theatertreffen in Ostafrika kennen.

Das Programm der Pilkentafel dürfte in Zukunft deutlich vielfältiger werden. Denn Cindy und Plot sind absolute Netzwerker. Alle möglichen Disziplinen wie Theater, Tanz und Musik sollen künftig den Weg in die Pilkentafel finden. „Wir wollen richtig etwas aufbauen für Flensburg“, sagt Cindy Jänicke, die sich einen Abendspielplan für Erwachsene, aber auch ein Kinderprogramm vorstellt. „Wir haben eine großes Netzwerk an Künstlern“, sagt sie „I am very optimistic with this theatre“, sagt Plot Mhako, der gern auch „the African feeling“ mit nach Flensburg bringen möchte.

Bleibt die Frage nach der Finanzierung der internationalen Doppelspitze. „Es ist klar“, so Elisabeth Bohde, „dass das nur mit zusätzlichem regionalem Geld geht.“ Sie sieht da vor allem das Land Schleswig-Holstein in der Pflicht, das aus ihrer Sicht die Kriterien für die Förderung freier Theater überarbeiten muss – wie es andere Länder vorgemacht haben.

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