Sport in Flensburg : Neue Turnhalle am Schützenhof

Standort Westliche Höhe: Bürgermeister Brüggemann, TSB-Kassenwart Nebelung, Vorstand Neumann, Ulrich Mahler (Stadt) und Sönke Voss (TSB, v.l.).
Standort Westliche Höhe: Bürgermeister Brüggemann, TSB-Kassenwart Nebelung, Vorstand Neumann, Ulrich Mahler (Stadt) und Sönke Voss (TSB, v.l.).

TSB braucht dringend Ersatz für die gesperrte Halle an der Reitbahn / Gemeinsame Absichtserklärung von Verein und Stadtverwaltung

shz.de von
17. Januar 2015, 08:16 Uhr

Ende 2016 soll die neue Halle stehen, bis dahin müssen die Provisorien durchhalten. Als Ende Juni 2014 die alte Turnhalle an der Reitbahn von heute auf morgen wegen statischer Probleme gesperrt werden musste, kam es in der Folge zur Zerreißprobe zwischen der Stadt und ihrem größten Sportverein, dem TSB Flensburg. Für rund 1000 Aktive – überwiegend Kinder und Jugendliche – mussten schnell Ausweichsportstätten gefunden werden. Doch jetzt gibt es die feste Absicht, eine Dauerlösung zu installieren: Der TSB baut für 1,65 Millionen Euro eine neue Halle am Schützenhof, die Stadt hilft nach Kräften – planungsrechtlich, aber auch finanziell. Gestern wurde eine entsprechende „Absichtserklärung“ mit elf Punkten öffentlich vorgestellt.

„Die Halle an der Reitbahn war für den Verein absolut lebenswichtig“, sagte Hannes Nebelung, Kassenwart des TSB. Durch den Wegfall hätten Mitglieder trotz der Ausweichlösungen den Verein verlassen, auch heute seien die Angebote weniger frequentiert als früher. Deshalb gebe es zu einem Hallenneubau auch keine Alternative, wenn man nicht noch mehr Mitglieder verlieren wollte.

Unmittelbar nach der Sperrung der Halle habe der Verein mit Planungen für einen möglichen Neubau begonnen, erläuterte TSB-Vorstandsmitglied Sönke Voß. In den Verhandlungen mit der Stadt „gingen die Vorstellungen weit auseinander“, räumte Bürgermeister Henning Brüggemann ein. Die Diskussionen waren „kontrovers, aber auch konstruktiv“. Die Erwartungshaltung des TSB an die Stadt nannte der Bürgermeister berechtigt. Vor einer Woche habe man die Verhandlungen abgeschlossen. Er sei „froh und glücklich“ über das Ergebnis.

Und das sieht so aus: Der TSB baut eine neue Halle an der Ecke Schützenhof/H.C.-Andersen-Weg. Die Stadt stoppt ihre Planungen für den Neubau eines Gebäudes mit Duschen und Umkleideräumen auf dem Schützenhof-Gelände; diese Räumlichkeiten werden in die neue Halle integriert. Im Gegenzug beteiligt sich die Stadt mit 550  000 Euro an den Baukosten und schießt weitere 200  000 dazu, die sie jetzt nicht mehr in die Reitbahn-Halle investieren muss. Der TSB erhält das Grundstück für die Halle als 30-jähriges Erbbaurecht, danach fällt die Halle an die Stadt.

Zusammen mit einem erwarteten Zuschuss des Landessportverbandes muss der TSB noch rund die Hälfte der geschätzten Baukosten finanzieren. „Damit gehen wir an die Grenze der Belastbarkeit“, gab Vorstandsmitglied Jörg Neumann zu bedenken. „Wir machen das für die Kinder und Jugendlichen.“

Die Halle werde in massiver Bauweise errichtet, aber als reine Turnhalle, betonte Sönke Voss. Das Feld sei 30 mal 18,5 Meter groß, mit 5,50 Meter sei die Halle recht niedrig und deshalb nicht für Ballsportarten geeignet. Die vorhandenen Sportflächen am Schützenhof seien von dem Bau nicht beeinträchtigt; lediglich das Kleinspielfeld werde etwas kleiner. Das sanierungsbedürftige Gebäude mit den Umkleideräumen und Duschen für die Fußballer bleibe erhalten.

Die Tage der Reitbahn-Halle sind allerdings gezählt. Dort werde die Stadt nichts mehr investieren, stattdessen werde das Gebäude von 1923 samt Grundstück zum Verkauf angeboten, so Michael Draeger, Leiter des Fachbereichs Vermögen.

Jetzt kommt die Stunde der Politiker. Denn bisher gibt es nur eine Absichtserklärung. Die wird am 28. Januar zunächst dem Bildungs- und Sportausschuss vorgestellt. Aber auch der Finanzausschuss muss die Planung noch bestätigen.

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