WC-Sanierung : Neue Toiletten für Flensburgs Schulen

Bazstelle Petri-Schule: Hier wird gerade das Mädchen-WC aufgebaut.  Fotos: Fischer
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Bazstelle Petri-Schule: Hier wird gerade das Mädchen-WC aufgebaut. Fotos: Fischer

Stadt nutzt die Sommerferien für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in sechs Gebäuden / Großteil des Geldes ist Landeszuschuss

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16. August 2017, 06:05 Uhr

Schüler, Eltern und Pädagogen erleben es jeden Tag aufs Neue: Der bauliche Zustand und die Ausstattung ihrer Schulen sind oft miserabel – und das in einer der führenden Wirtschaftsnationen. Dass viele Schulen in Deutschland sanierungsbedürftig sind, hat auch die Bundesregierung erkannt und im März den „Kommunalinvestitions-Förderungsfonds“ um 3,5 Milliarden Euro aufgestockt. Mit diesen zusätzlichen Mitteln sollen insbesondere finanzschwache Kommunen dabei unterstützt werden, ihre Schulen baulich zu modernisieren.

Ob Flensburg von diesem Programm profitiert, wird sich noch herausstellen – mit einem Schuldenberg von weit über 100 Millionen Euro dürfte die Stadt die Definition von „finanzschwach“ durchaus erfüllen. Doch unabhängig davon wird an mehreren Schulen bereits jetzt in den Sommerferien fleißig gearbeitet: Umgesetzt wird derzeit ein umfassendes WC-Sanierungsprogramm. „Durch eine Fördermaßnahme des Landes aus diesem Frühjahr sind wir in der Lage, an gleich mehreren unserer Schulen die sanitären Anlagen grundlegend zu sanieren“, erläutert Holger Hansen, Architekt bei den Kommunalen Immobilien, Abteilung Instandhaltung. Modernisiert werden die Waldschule, die Käte-Lassen-Schule, das Alte Gymnasium und die AVS. Insgesamt investiert die Stadt 666  000 Euro in schulische Sauberkeit und Hygiene – 376  000 davon kommen vom Land.

Auch an der Petri-Schule in der Apenrader Straße wird intensiv gearbeitet. Im Untergeschoss sind die Sanitärbereiche für Jungen und Mädchen komplett entkernt: Die Einrichtung wurde ebenso entfernt wie die Fliesen und sogar der Estrich, damit auch die Grundleitungen erneuert werden können. „Wir haben diese Bereiche bis auf den Rohbauzustand reduziert; jetzt wird alles wieder neu aufgebaut“, erläutert Holger Hansen. Neben den Leitungen für Wasser und Heizung sowie Estrich und Putz gehören neue Wand- und Bodenfliesen dazu, außerdem die technische Gebäudeausstattung mit Urinalen, WC- und Waschbecken sowie Trennwänden, großformatigen Spiegeln und bewegungsgesteuerter, energiesparender LED-Beleuchtung. Der Architekt schätzt, dass die WC-Bereiche hier zuletzt in den 80er Jahren saniert wurden.

Die Modernisierung der sanitären Bereiche in der Fridtjof-Nansen-Schule ist in mehreren Gebäuden bereits abgeschlossen. Die Böden sind mit kleineren anthrazitfarbenen Fliesen gestaltet, die Wände mit größeren Varianten in Weiß, alle quadratisch. Alles strahlt in frischem Glanz. Da die Nutzung der Sanitärausstattung in Schulen grundsätzlich stärkeren Strapazen unterliegt, wurden robuste Materialien verwendet. Beispielhaft sind die Jungen- und Mädchen-WCs im Haus A3, von denen Hansen annimmt, dass die bisherige Ausstattung möglicherweise noch aus der Bauzeit von vor 25 Jahren stammte. „Trotz zwischenzeitlicher Renovierungen war hier alles stark abgenutzt, die Wände wiederholt vollständig mit Graffiti zugemalt. Bei Veranstaltungen mit Eltern konnten diese hier die WC-Bereiche nutzen und dabei ein Stück echten Schulalltag mitbekommen“, ergänzt Hausmeister Volker Schlichting.

Doch das ist jetzt vorbei. Als kurz vor den Ferien die beiden WC-Bereiche der Schulhoftoilette fertig gestellt waren, wurden sie von der Schülervertretung SV eingeweiht, ganz rituell mit formalem Banddurchschneiden. Schülerinnen haben dem Hausmeister, der sonst so einiges an Missbrauch in den Toiletten gewohnt ist, anschließend ihre positiven Eindrücke der neuen Einrichtung mitgeteilt: Man könne sich jetzt richtig hinsetzen, weil alles so schön sauber sei. Damit das möglichst so bleibt, hat die SV die Initiative ergriffen und kleine Zeichnungen mit ‚3 Goldenen Regeln‘ für den sachgemäßen Umgang mit den neuen WCs aufgehängt. „Wir hoffen natürlich, dass die neue Ausstattung mit ihrer Sauberkeit bei den Schülern eine entsprechende Wertschätzung erfährt“, sagt Architekt Holger Hansen.


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