Fördermittel vom Bund : Neue Sicherheitsrichtlinie findet Gnade an der Küste

Berliner Fördermittel kommen zu spät: Die „Alexandra“ hat gerade ihren Schiffs-TÜV bestanden.
1 von 2
Berliner Fördermittel kommen zu spät: Die „Alexandra“ hat gerade ihren Schiffs-TÜV bestanden.

Hafenkapitän: Flensburger Schiffe kaum betroffen

shz.de von
09. März 2018, 08:30 Uhr

Ein bisschen Erleichterung herrscht in Flensburg schon nach der Einigung zwischen Verkehrsministerium und den Interessenverbänden der deutschen Traditionsschiffe. Ab sofort gilt für traditionelle Segel-, Dampf- und Motorschiffe eine neue Sicherheitsrichtlinie, die nach starker Kritik der Betreiber auf den letzten Metern aber noch einmal abgemildert wurde (wir berichteten).

In Flensburg werden deshalb und weil die Richtlinie wohl noch durch ein millionenschweres Fördermittelpaket für eventuell fällig werdende Nachrüstungen unterfüttert werden soll, trotzdem keine Sektflaschen geköpft. „Wir warten jetzt erst einmal die Ausführungsbestimmungen ab“, sagt Frank Petry, in Mehrfachfunktion Hafenkapitän, Geschäftsführer des Historischen Hafens und Mitvorstand im Förderverein Salondampfer Alexandra. Der – noch nicht bestätigte – 20 Millionen Euro schwere Fördertopf sei aber auf jeden Fall zu begrüßen, sagt Petry. „So etwas hatten wir vorher nicht.“ Allerdings sei das Geld strikt an die Sicherheitsrichtlinie und die durch sie fällig werdenden Nachrüstungen für die Traditionsschiffe gebunden. „Es ist ja nicht so, dass jedes der 100 deutschen Traditionsschiffe jetzt 200 000 Euro zur Verfügung hat“, so Petry. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass nicht das meiste Geld nach Hamburg fließt, wo es viele große Projekte gibt.“

Große Auswirkungen für Flensburgs Dampferdenkmal Alexandra sieht Petry im Moment nicht. Die „Alex“ wurde 2016/2017 generalüberholt und hat in dem Zusammenhang einen neuen Schiffs-TÜV als Traditionsschiff bekommen. Wenn der abläuft, ist das Förderprogramm nur noch wenige Monate geöffnet. „Wir müssen dann sehen, ob für uns Nachrüstungen erforderlich sind.“ Anders ist das mit dem Schlepper Flensburg – auch er ein historisches Fahrzeug. „Der benötigt 2019 ein neues Sicherheitszeugnis nach der neuen Richtlinie, da werden wir uns natürlich drum kümmern“, so Petry. Ansonsten seien die Segler Ryvar, Bodil, Pirola und Sigandor betroffen. Der Rest der Traditionsschiffe fährt als Sportboot in privater Hand.

Die schleswig-holsteinische Landes- und Kommunalpolitik hatte sich zuletzt beim verantwortlichen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt eingesetzt. CDU-Fraktionschef Arne Rüstemeier lobt in diesem Zusammenhang den Schulterschluss zwischen Politik und kommunalem Ehrenamt. „Ohne deren fachlichen Input wäre unser letztlich erfolgreicher Kampf gegen die ausufernden Blüten des ansonsten notwendigen Erlasses aus dem Verkehrsministerium sicher nicht durchgedrungen.“

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen