Zusätzliches Unterrichtsfach : Neue Oberstufe gewinnt an Profil

Kooperation statt Konfrontation: Im nächsten Schuljahr legen Jürgen Bethges (links) Zentralschule in Harrislee und das Berufliche Gymnasium der Eckener-Schule, hier Abteilungsleiter Knut Behnemann, eine gymnasiale Oberstufe mit Profil „regenerative Energien“ auf.
Kooperation statt Konfrontation: Im nächsten Schuljahr legen Jürgen Bethges (links) Zentralschule in Harrislee und das Berufliche Gymnasium der Eckener-Schule, hier Abteilungsleiter Knut Behnemann, eine gymnasiale Oberstufe mit Profil „regenerative Energien“ auf.

Harrisleer Zentralschule und Flensburger Eckener-Schule haben Inhalte des künftigen Profilfachs „Regenerative Energietechnik“ vorgestellt

shz.de von
08. November 2013, 12:00 Uhr

Das Werbe-Plakat fürs Abitur in Harrislee zeigt nicht von ungefähr ein Mädchen. Die sind längst nicht mehr so selten in technischen Profilen, wie man meinen mag. Ein Drittel nennt Knut Behnemann, Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums der Eckener-Schule, als Richtwert. Ab dem Schuljahr 2014/2015 können sich junge Frauen wie natürlich auch junge Männer in einem weiteren Feld profilieren. Dann bietet das Berufliche Gymnasium des Regionalen Berufsbildungszentrums in den Räumen der Zentralschule in Harrislee eine gymnasiale Oberstufe – als Profilfach „Regenerative Energietechnik“. Die Unterschrift unter der Kooperationsvereinbarung ist schon seit Juni trocken. Beim ersten Informationsabend am Dienstag konnten sich Interessierte nun einen Überblick über die Details verschaffen; eine weitere Veranstaltung dieser Art ist für den 22. Januar vorgesehen.

„Wie geht es nach der zehnten Klasse mit der Gemeinschaftsschule weiter?“, formuliert Jürgen Bethge die Leitfrage der Akteure, die sich durch den fünfjährigen Prozess gewunden hat. Das Ergebnis lobt der Leiter der Zentralschule Harrislee als „einmalig und zukunftsweisend“. Es könne „eine Bereicherung für die Region sein“. Das Profil mache fünf Stunden aus und werde von Profis, nämlich den Lehrern der Eckener-Schule unterrichtet, erklärt Bethge.

Auch das Berufliche Gymnasium biete „ein ganz normales Abitur“ mit dem man Medizin und Jura studieren könne, betont Knut Behnemann. Sein Kollege Thomas Rußbüldt ergänzt, dass berufsbildende Gymnasien häufig unterschätzt würden. Dem hält er entgegen, dass viele der Kollegen an solchen Schulen Erfahrungen aus der freien Wirtschaft mitbrächten und auf ihrem Ingenieursstudium etwa noch ein pädagogisches aufgesattelt hätten. „Interdisziplinärer Unterricht wird bei uns schon gelebt“, resümiert Rußbüldt.

Die Inhalte gelte es von einem abstrakten Niveau auf die Ebene der Klientel zu bringen und diese zum Abi zu führen, sagt Knut Behnemann. Die ersten beiden Kernbereiche dienten unter anderem der Sensibilisierung für Nachhaltigkeit, ergänzt Thomas Rußbüldt die Inhalte. Im zwölften Jahrgang entwickelten die Schüler zum Beispiel gebäudetechnische Systeme, natürlich mit besonderem Blick auf energetische Fragen, im letzten Schuljahr schließlich sogar komplexe Anlagen.

Die Zentralschule stellt die Räume; für die Labor-Arbeit ziehen die Oberschüler in die Friesische Lücke um. Strukturell werde seine Schule somit eine Nebenstelle in der Zentralschule unterhalten, sortiert Knut Behnemann ein. Transfer-Bedenken nimmt er den Wind aus den Segeln: Der Stundenplan soll so gestaltet werden, dass die Schüler nicht pendeln müssen; außerdem gebe es direkte Busse.

Die Akteure rechnen mit maximal 30 Schülern, also einer Klasse pro Jahrgang. Alles andere wäre „unrealistisch und kontraproduktiv“, begründet Jürgen Bethge. Bewerber können sich bis Ende Februar anmelden. Als konstruktiv und neu beschreibt der Schulleiter die Zusammenarbeit von Stadt und Kreis. Die folge dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“.

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