Langballig : Neue Kläranlage zum Schutz der Au

Die Kläranlage Unewatt entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und soll deshalb durch einen Neubau einer mehrstufigen Anlage mit biologischer Reinigung ersetzt werden.
Die Kläranlage Unewatt entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und soll deshalb durch einen Neubau einer mehrstufigen Anlage mit biologischer Reinigung ersetzt werden.

Die Abwasseraufbereitung in Unewatt wird durch ein biologisches Reinigungsverfahren ersetzt. Die Investitionskosten belaufen sich auf drei Millionen Euro.

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27. März 2018, 13:18 Uhr

Eine wichtige Vorentscheidung zur Zukunft der Kläranlage Unewatt ist gefallen: Der Abwasserausschuss mit Vertretern der Gemeinden Langballig und Westerholz, die die Anlage gemeinsam betreiben, sprach sich auf seiner jüngsten Sitzung für den Neubau einer zweistraßigen sogenannten SBR-Anlage aus. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der englische Fachbegriff „sequencing batch reactor“. Er steht für ein in mehreren Schritten nacheinander folgendes biologisches Reinigungsverfahren, bei dem das Abwasser schubweise in die Reaktoren gefüllt, dort belüftet, gemischt und dann dem Ablauf zugeführt wird.

Die im Jahre 1987 in Unewatt in Betrieb genommene „Teichkläranlage“ genügt nicht mehr den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die verschärften Grenzwerte können nur durch eine „technische Anlage“ eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für Ammoniumstickstoff. Er darf nach Aussage des als Gast anwesenden Jörn Jäger vom Fachdienst Wasserwirtschaft der Kreisverwaltung wegen der Bedeutung der Langballigau, die durch das sensible gleichnamige Naturschutzgebiet führt und das gereinigte Abwasser aufnimmt, zehn Milligramm pro Liter nicht überschreiten. In den letzten neun Jahren habe sich der Mittelwert des gesamten Stickstoffs jedoch auf 47 Milligramm belaufen, wie eine Auswertung der Betriebstagebücher ergeben habe.

Diplomingenieur Alexander Schulz-Pflugbeil vom Kieler Ingenieurbüro „enwacon“ und sein Kollege Jörg Heetkamp von „atd“ in Aachen erläuterten das Ergebnis von eigens ermittelten Grundlagenwerten und ihrer Vorplanung. Unter drei möglichen Varianten zur Abwasserbehandlung empfahlen sie zweistraßige SBR-Anlage. Davon stellten sie wiederum drei Untervarianten vor. Die sieben anwesenden Ausschussmitglieder sprachen sich unter Leitung der Bürgermeister Bernd Ertzinger und Peter Dietrich Henningsen schließlich einstimmig für Reaktoren ohne Erdwall aber mit Zwischengebäude für die notwendige Technik aus.

Ausschlaggebend für diese Wahl nach einer ausführlichen Aussprache war die größere Flexibilität. Die Investitionskosten liegen mit knapp drei Millionen Euro zwar etwas über der einstraßigen Variante. Bei den Betriebskosten sind aber Einsparungen dadurch möglich, dass im Winter ein Reaktor stillgelegt werden kann. Ausgelegt werden soll die Anlage auf 3600 Einwohnergleichwerte. Zwei Drittel davon entfallen auf die Bewohner vor Ort und ein Drittel ist für die zusätzliche Belastung während der Touristiksaison vorgesehen. Eingerechnet in die Kapazität der Anlage ist eine 25-prozentige Reserve.

Zu Beginn ihrer Ausführungen hatten die beiden Planer vier Optionen zur Behandlung des anfallenden Klärschlamms vorgestellt. Dieser ist in Unewatt so hoch mit Kupfer belastet, dass er als Sondermüll verbrannt werden muss. Angesichts langfristig ungesicherter Entsorgung sprachen sie sich aus Kostengründen für eine maschinelle Entwässerung aus, weil so die größte Mengenreduzierung möglich sei.

Aufgrund der Empfehlung des Ausschusses werden sich demnächst die Gemeindevertretungen von Langballig und Westerholz mit dem Thema befassen. Sollten sie zustimmen, folgen technische Planung und Genehmigung sowie anschließend die Ausschreibung der Baumaßnahmen.

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