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Nutzungsdiskussion : Neue Ideen für die Harniskai-Spitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Planungsausschuss debattiert heute über die künftige Gestaltung. Die Nachbarn setzen auf maritimes Dienstleistungszentrum und viel Öffentlichkeit.

Flensburg | Heute um 16 Uhr beginnt im Paul-Ziegler-Zimmer des Technischen Rathauses (Schützenkuhle 26) für die Harniskaispitze ein neues Planungskapitel. Nach dem nunmehr rechtskräftigen Heimfall des Geländes an die Stadt ist die vierjährige Luftnummer mit der Flugboote-Fabrikation Vergangenheit, und im Planungsausschuss geht es um die Zukunft. Wie soll das Gelände künftig genutzt werden? Die Fraktionen haben sich in fünf Anträgen unterschiedlich positioniert – und auch die Anlieger haben sich Gedanken gemacht.

Mike Pelzer zum Beispiel. Der Betrieb des Bootsbauers gehörte 2010 zu den Opfern, die der windigen Ansiedlung weichen mussten. Dem Spezialisten für Holzboote gelang es zwar, am Harniskai zu bleiben, aber zu deutlich schlechteren Konditionen in einer deutlich kleineren Halle. Dabei hatte er kurz zuvor – das Projekt Flugboote war wenigstens offiziell noch nicht bekannt – mit seinem Partner Kay Peters einen eigenen Vorschlag unterbreitet, das Hafengelände kleinteilig als maritimes Dienstleistungszentrum mit Zugang für die Öffentlichkeit zu entwickeln. „Damit sind wir aber baden gegangen“, sagt er. Die Stadt dachte damals wohl in größeren Maßstäben. „Die wollen die Harniskaispitze möglichst vergolden. Diese Kapazität haben wir kleinen Betriebe nicht.“ In der Stunde Null würde Pelzer aber wieder genau für dieses Projekt votieren. Und er findet auch, dass die Harniskaispitze für diesen Mix aus maritimem Gewerbe, Gastronomie und öffentlicher Spielwiese besser geeignet ist als Fahrensodde 20, das ebenfalls seit Jahren schon als maritimes Dienstleistungszentrum im Gespräch ist.

Hans-Heinrich Callesen, Geschäftsführer der ebenfalls am Harniskai ansässigen alt eingesessenen Flensburger Makler- und Umschlagsfirma CJBW, sieht für die Hafenwirtschaft keinen Bedarf am Spitzengrundstück. „Für den Wirtschaftshafen ist das Grundstück nicht von Nöten“, sagt er. „Wir sichern unseren Standort nördlich der Silos und wollen das noch ein bisschen ausbauen.“ Kürzlich hat CJBW auf eigene Kosten eine Wiegeeinrichtung angeschafft, da die Silos auf Sicht wohl verschwinden werden. Einem verträglichen Miteinander – mit welcher Nutzung auch immer, steht nach Callesens Verständnis nichts im Wege. Er rät, beim Thema Harniskaispitze nicht in Aktionismus zu verfallen. „Das sollte jetzt sorgfältig überplant werden. Kurzfristig könnte ich mir vorstellen, die Fläche als Wohnmobilplatz herzurichten – aber komfortabler als der am Industriehafen. Sanitäranlagen ließen sich sicher in einem der Gebäude einrichten.“

Die Fraktionen denken teilweise auch in kleinteiligen Strukturen. Grüne, Linke und die FDP sind ähnlich wie Mike Pelzer unterwegs, WiF und CDU wollen – mit teils unterschiedlichen Schwerpunkten – das gesamte Gelände einschließlich der Silos in einen gemeinsamen Planungsrahmen stellen und einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben.

Die Gelegenheit ist für die Stadtplanung selten günstig, denn am Harniskai laufen Pachtverträge der Stauerei Hübsch aus, die in ihren Hallen Getreide lagert, teilweise auch ein Winterlager für Boote unterhält und dem Hafenwerk – einem Zusammenschluss von Handwerkern – (noch) ein Zuhause gibt. Mitinhaber Paul-Richard Hübsch hält sich zu dem Thema bedeckt. „Wir fahren zur Zeit zweigleisig und reden mit der Stadt.“ Der SSW sieht gar keinen Anlass, an der vorhandenen Beschlusslage zum Hafen-Masterplan etwas zu ändern, der hier maritimes Gewerbe vorsieht. Bis dahin, so der SSW in einem eigenen Antrag, sollten die Gebäude abgebrochen und der Platz der Öffentlichkeit als Freizeitgelände geöffnet werden.

 

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erstellt am 17.Feb.2015 | 14:30 Uhr

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