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Statt Hotelplanung : Neue Ideen für die alte Klinik Ost

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das ehemalige Marine-Lazarett an der Kelmstraße soll eine Seniorenwohnanlage mit Physiotherapiepraxis werden. 25 Wohnungen sollen entstehen.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 10:23 Uhr

Neue Pläne für die alte Klinik Ost: Nachdem die seit 2009 laufenden Vorbereitungen für einen Hotel-Komplex auf dem Gelände des früheren Marine-Lazaretts zwischen Marineschule und Schule für strategische Aufklärung ad acta gelegt worden waren, wird jetzt eine ganz andere Nutzung konkret: Besitzer Fritz Matzen, ein aus Dänemark stammender Kaufmann und Projektentwickler, will auf dem idyllischen Areal an der Kelmstraße eine Seniorenwohnanlage mit 25 Wohnungen errichten. Zwar vertagte der Planungsausschuss der Ratsversammlung gestern einen Beschluss auf seine nächste Sitzung am 7. Januar. Deutlich wurde im Technischen Rathaus indes, dass sich Matzen einer breiten politischen Zustimmung sicher sein kann. „Ich begrüße es sehr, dass sich hier etwas tut“, erklärte Ausschussvorsitzender Axel Kohrt: „Es wird höchste Zeit, dass das Gebäude umgenutzt wird.“ Damit könnte nach dem seit zwei Jahren wieder bewohnten Wasserturm auch in der Klinik Ost das Leben bald wieder losgehen. WiF-Ausschussmitglied Harro Teichmann wurde bei dem Gedanken an das 1907 errichtete Gebäude fast sentimental: „Ich bin dort geboren und habe hier meine medizinische Laufbahn begonnen.“

Den Planungen Matzens zufolge soll im Mittelbau der ehemaligen Klinik Ost eine Physiotherapiepraxis auf rund 75 Quadratmetern Fläche entstehen. 25 neue Wohnungen sind auf einer Gesamtfläche von 2800 Quadratmetern geplant. Dirk Jäger (SSW) interessierte sich dafür, wie sich 25 Seniorenwohnungen in einem mehr als 100 Jahre alten Gebäude rechneten. Dies, befand Ausschussvorsitzender Kohrt, gehöre aber nicht in den öffentlichen Teil des Gremiums. Er riet, den anwesenden Besitzer doch persönlich anzusprechen.

Das ehemalige Marinelazarett ist von den Berliner Architekten Heino Schmieden und Julius Boethke 1907 erreichtet worden. In der 60er Jahren wurde der frühere Krankenblock durch Umbauten und Ergänzungen teilweise verändert. Diese Anbauten sollen nun abgebrochen und das Gebäude im Sinne des Denkmalschutzes saniert werden, heißt es in der Beschlussvorlage von Stadtplanungschef Peter Schroeders. „Mit diesem Neubau wird die Gesamtanlage aufgewertet“, erklärte Schroeders im Ausschuss.

Für das Gebiet bestehe kein Bebauungsplan, die nähere Umgebung sei als ein im Zusammenhang bebauter Ortsteil anzusehen. Weitere Neu- und Ergänzungsbauten seien auf dem Grundstück nicht beantragt – so steht es in der Vorlage: „Aus städtebaulicher Sicht wird die Sanierung und Nutzungsaufnahme begrüßt, weil so der Erhalt des Gebäudes sichergestellt werden kann.“ Auch vom Maß der baulichen Nutzung fügten sich die Planungen in die Umgebung, und würden nicht als Fremdkörper wahrgenommen.

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