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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 09:25 Uhr

Oeversee : Neue Heimat für drei Bleiglasfenster

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Nospa überlässt Deutschem Grenzverein historische Kunstwerke – die Akademie Sankelmark zeigt sie im Treppenaufgang.

Über viele Jahrzehnte waren drei historische Bleiglasfenster im Gebäude der früheren Hauptfiliale der Kreissparkasse in Flensburg beheimatet. Nachdem das Gebäude, und damit auch die drei Fenster, verkauft worden war, bedurfte es kreativer Aktivitäten, um die für die deutsch-dänische Grenzregion besonderen Stücke nicht ein für alle Mal zu verlieren. Nunmehr fand die feierliche Übergabe an den Deutschen Grenzverein in der Akademie Sankelmark statt, dem neuen Zuhause der knapp 100 Jahre alten Bleiglasfenster.

In seinem Vortrag „Das Geheimnis der drei Bleiglasfenster“, erklärte der Flensburger Stadthistoriker Dieter Pust ausführlich Historie, Motive und Protagonisten. Demnach schuf Johann Holtz die Fenster. Der Maler, Schriftkünstler und Grafiker lebte von 1875 bis 1944, nach ihm wurde eine Straße in Flensburg benannt. Die Fenster stammen aus der Zeit nach der deutsch-dänischen Volksabstimmung 1920. Pust bezeichnet sie als „Zeitdokumente aus den Jahren ziemlich profilierter nationalistischer Einstellungen“. Bei den Motiven handelt es sich um den Wächter Platz in Apenrade, das Kompagnietor in Flensburg und den Marktplatz von Tondern. Ursprünglich waren die Fenster im Ratskeller/ Gnomenkeller eingebaut und gelangten 1966 in das Gebäude Holm 4/Rathausstr. 15.

Die Schenkung nahm der Vorstandsvorsitzende der Nospa, Thomas Menke, vor. Er erläuterte, dass sich die Sparkasse seiner Zeit aus betriebswirtschaftlichen Gründen zum Verkauf der Immobilie Holm/Rathausstraße entschlossen habe. Dabei sei nicht an die historisch interessanten Bleiglasfenster gedacht worden. Auf ihren Wert habe jedoch gerade noch rechtzeitig Günter Anders aufmerksam gemacht. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse wurde von Menke als „Retter der Fenster“ bezeichnet.

Mit den auswärtigen Käufern der Immobilie musste jedoch zunächst über eine Rückgabe der Kunstwerke, die nicht viel kosten sollte, verhandelt werden. Die pragmatische Lösung war gefunden, als der neue Eigentümer, ein Fan der SG Flensburg-Handewitt, zu verstehen gab, dass er sich einen Tausch auf Basis von drei Recaro-Sitzen mit SG-Embleme gut vorstellen kann.

Akademiedirektor Christian Pletzing zeigte sich hoch erfreut über das Geschenk, versprach eine dauerhafte „neue Heimat“ für die Bleiglasfenster am Treppenaufgang zum Gästehaus und lud die interessierte Öffentlichkeit ein, sich den Verbleib vor Ort anzuschauen.

Sehr erfreut über den guten Besuch Veranstaltung zeigte sich Jörg-Dietrich Kamischke, Vorsitzender des Deutschen Grenzvereins, zu der auch Johannes Callsen als Minderheitenbeauftragter des Landes, Hinrich Jürgensen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger sowie Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Flensburgs Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar gekommen waren.

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