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Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 14:05 Uhr

Neue Gesichter fürs Musiktheater

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach sechs Wochen Sommerpause begrüßt Landestheater-Intendant Peter Grisebach das Ensemble zur neuen Spielzeit

Am Ende der Spielzeit wird manches anders sein als zu ihrem Beginn. Im Mai 2015, kündigt Peter Grisebach an, werden die Gesellschafter der GmbH des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters über das Zukunftsmodell abstimmen, das ihnen ein externer Unternehmensberater vorlegen wird. Wenngleich das Landestheater zum vierten Mal in Folge ein besseres Ergebnis vorlege als im Wirtschaftsplan errechnet und die Eigenkapitaldecke – trotz der Einbußen durch das Hickhack um den Schleswiger Standort – bis 2018 gestreckt werden könne, müsse die Struktur umgestellt werden. „Eine Zukunft, davon bin ich felsenfest überzeugt, wird es geben“, betont der Generalintendant, dazu sei die Konstruktion dann doch „zu gesund, zu wertvoll“. Hoffnung schöpft Grisebach auch aus dem Rückhalt aus der Landesregierung und dem jüngeren Publikum, das zunehmend das Landestheater besuche.

Außerdem „werden Sie nie wieder so erholt aussehen“, prophezeit Peter Grisebach charmant seinem Ensemble zur traditionellen Begrüßung nach der Sommerpause. „Das kennen wir schon“, ruft es aus dem Saal. Wen die Theaterkollegen womöglich noch nicht kennen, sind die neuen Gesichter, die der Intendant ihnen vorstellt. Darunter findet sich die Sopranistin Elvira Hasanagic, die aus der slowenischen Hauptstadt stammt, erst mit 18 Jahren ihre Stimme schulen ließ und seither Preise und Sympathien gewinnt. Oder die Soubrette Tina Marie Herbert aus Indiana, USA, die über Stationen in Rom, Hannover und Osnabrück nach Flensburg gekommen ist und hier auch ihr erstes festes Engagement bekommt.

Neuer erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor wird der Münchner Florian Erdl. Mit seinen 33 Jahren hat er ebenfalls eine ansehnliche Reihe an Etappen gemeistert, seien es mehrere Studien, insbesondere in Musiktheorie und Dirigieren, oder eigene Produktionen für diverse Zielgruppen. Zuletzt war Erdl Kapellmeister an der Oper Graz, zuvor beschäftigt in Innsbruck und Frankfurt. Bei all der Erfahrung möchte der neue Kapellmeister zunächst mal ankommen, sehen, wie seine Kollegen „als Mannschaft funktionieren, erstmal aufnehmen“. Von Schleswig-Holstein kenne er Kiel schon ein wenig, doch Flensburg sei neu für ihn. Weitere Neulinge im Orchester sind Julia Gollner (Harfe), Rebecca Hennemann (Violine) und Aleksandra Radesic (Fagott). Den Sopran im Opernchor verstärkt Ah Young Yoon. Aus aller Welt kommen die Neuzugänge fürs Ballett: Lucia Colom aus Madrid, die Litauerin Gabrune Sablinskaite, der Franzose Sylvain Guillot und Emanuel Schonkalla – aus Hannover. Die Japanerin Yuzuki Tomiyama wird für ein Jahr im Ballett-Ensemble hospitieren. Zudem heißt der Intendant mit Elisabeth Kühne eine Berlinerin als Musikdramaturgin willkommen, Ulla Wentenschuh und Oliver Pauli für die Regieassistenz, Sara Morea als Ausstattungsassistentin. Die Schleswigerin Fiona Lugawing hat ihren Bundesfreiwilligendienst in der Theaterpädagogik angetreten. Ruth Pieperhoff wird sich zur Theatermalerin ausbilden lassen und mit Svenja Dürkob erstmals eine Frau als Fachkraft für Veranstaltungstechnik.

Dass es in der dynamischen Theaterwelt auch Kontinuität geben kann, zeigen die Ehrungen fürs 25-jährige Dienstjubiläum (Andreas Marder, Kontrabass) und 25-jähriges Betriebsjubiläum, das Andreas Deindörfer (Violoncello) und der erste Konzertmeister Marcus Honegger begehen. Der freut sich und kann’s selbst kaum glauben. Aber wie sagte der Intendant? Das Theater hat Zukunft.

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erstellt am 26.Aug.2014 | 11:50 Uhr

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