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Flensburger Tageblatt

20. August 2017 | 08:22 Uhr

Neue Gasturbine für Stadtwerke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern Morgen erreichte gegen 9 Uhr ein mehr als 30 Meter langer und 4,55 Meter breiter Schwertransport das Flensburger Heizkraftwerk. An Bord war eine neue Gasturbine, die ein wesentliches Bauteil für die neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) der Stadtwerke ist und zur Stromerzeugung dient. Ende des nächsten Jahres soll die 128 Millionen teure Gesamtinvestition in Betrieb genommen werden. Die GuD-Anlage wird in umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme produzieren und den CO2-Ausstoß bei gleicher Energiemenge um 40 Prozent reduzieren.

Der Kaufvertrag für die moderne Gasturbine wurde am 14. August 2012 unterzeichnet. Dieser Kauf ist eine der größten Einzelinvestitionen im Rahmen des gesamten Projekts. Die Gasturbine wird gemeinsam mit einem Abhitzekessel und einer Dampfturbine zwei alte Kohlekessel ersetzen. So kann ein Gesamtwirkungsgrad von bis zu 92 Prozent erzielt werden – das sind noch einmal 10 Prozent mehr als bisher im Kraftwerk erzielt wurden.

Dabei liegt der Wirkungsgrad mit 82 Prozent aufgrund der Kraft-Wärme-Kopplung bereits auf einem sehr hohen Niveau – moderne Kraftwerke mit reiner Stromerzeugung liegen bei circa 50 Prozent. Durch hohe Wirkungsgrade wie die im Flensburger Kraftwerk werden Brennstoffe besser ausgenutzt und die Umwelt geschont.

Zum Projekt gehören ebenfalls die Zentralisierung und Modernisierung der Schaltwarten, die Gasanbindung mit dem Bau einer 10 Kilometer langen Gasleitungstraße, die Automatisierung des Reserveheizwerks Engelsby, die Umrüstung und Modernisierung der verbleibenden Kessel mit dem Umbau des Kessel fünf auf Erdgas, die Optimierung der Holzbeschickung und letztendlich die Demontage der nicht mehr benötigten alten Kessel. 65 Prozent der Investitionssumme setzen die Stadtwerke für die Errichtung der neuen GuD-Anlage ein.

Die Stadtwerke betreiben in ihrem Flensburger Heizkraftwerk drei Wirbelschichtkessel für die Wärme- Grundversorgung mit einem Mix aus Steinkohle, Ersatzbrennstoffen und Holzhackschnitzeln. Für die Spitzenlasten sind drei weitere Kessel, ein Elektrodenheizkessel mit Wärmespeicher sowie für einen Störungsfall vier Reserveheizwerke vorhanden. Nach Inbetriebnahme der neuen Anlage werden die anderen Brennstoffe weiter eingesetzt. Sie können den Marktgegebenheiten und dem Verkauf von Strom an der Börse flexibler als bisher angepasst werden.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 13:06 Uhr

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