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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 21:58 Uhr

Neue Ganztagsklasse am Alten Gym

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum nächsten Schuljahr bietet das Gymnasium vier Profilklassen an – darunter eine, deren Schultag um 15 Uhr mit fertigen Hausaufgaben endet

Nur 65 Anmeldungen für das laufende Schuljahr am Alten Gymnasium und damit die rote Laterne unter den Gymnasien in Flensburg haben die Menschen in der Bildungseinrichtung angespornt, etwas zu ändern. Doch Christoph Kindl betont, dass es sich um einen Prozess handelt, der längst begonnen habe. Der orientiere sich an den Fragen, wie das Alte Gym attraktiver werden könne, was es auszeichne, wofür es stehen könne. Und am Ziel „eine möglichst gute Schule für alle“ zu sein, sagt Schulleiter Kindl.

Zum neuen Schuljahr 2015/2016 will die Schule nun für die neuen Fünftklässler vier Profilklassen anbieten. Die „Ganztagsklasse“ darunter sei ein Novum in der Flensburger Schullandschaft. Zusätzlich zur wöchentlichen Stundenzahl (31 beziehungsweise 32) der Sprachen-, Musik- und Sportklasse haben Schüler der Ganztagsklasse jeden Tag eine Hausaufgaben-Stunde, erklärt Christoph Kindl. Auch Referate könnten dann schon bearbeitet werden. Vorteilhaft sei überdies, dass Klassenlehrer oder Stellvertreter für die zusätzlichen Stunden zur Verfügung stehen. In der Mensa gebe es ein warmes Mittagessen. Und wer besondere sprachliche, musikalische oder sportliche Talente ausprägen möchte, findet in den täglich vorgesehenen Arbeitsgemeinschaften zwei Stunden lang Kompensation. Wenn das Kind halb vier zu Hause ist, könne es – ohne weitere schulische Verpflichtungen – seinen sonstigen Freizeitaktivitäten frönen, skizziert Kindl.

Das Konzept der Ganztagsklasse kommt vom Max-Planck-Gymnasium Göttingen und heißt dort Hausaufgabenklasse, weiß der gebürtige Niedersachse und erklärt den Hintergrund: Die Gesellschaft von heute sei durch Diversität geprägt. Kindl nennt als Modelle beispielhaft Alleinerziehende oder Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind. Für sie sei es schwierig, Anforderungen als Eltern gerecht zu werden. „Wir möchten aber, dass das leichter zu vereinbaren ist“, betont er, und deshalb „versuchen wir, der modernen Gesellschaft Rechnung zu tragen, ohne das alte Gute über Bord zu werfen.“ Darunter versteht Kindl, der seit April das Alte Gymnasium leitet und zuletzt in Hessen war, am humanistischen Bildungsideal festzuhalten und zugleich eine Brücke in die Moderne zu schlagen.

„Alten Wein in neuen Schläuchen“ wollen er und sein Kollegium auch nicht für die anderen drei Profilklassen ausschenken. Über die Schwerpunkte hinaus, die schon im jeweiligen Namen stecken, ergänzt Kindl für die Sprachenklasse eine weitere Besonderheit: Latein sei erste Fremdsprache, und erstmals könne ein Schüler am Ende der neunten Klasse mit dem Latinum nach Hause gehen – und in der Oberstufe eine weitere Fremdsprache lernen. In der Musikklasse (ehemals Bläserklasse) lerne jedes Kind ein Instrument, und in der Sportklasse ist Schwimmen obligatorisch. Dank der Kooperationspartner haben Schüler Zugang zu exotischen Sportarten oder Instrumenten. Neu in der sechsten Klasse sei die Möglichkeit, sich für bilingualen (auf Deutsch und Englisch) Geographie-Unterricht zu bewerben, sagt Kindl. „Wir können das nur machen, weil wir engagierte Lehrer haben.“

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