zur Navigation springen

Tourismus in Flensburg : Neue Gästeführer – aus Liebe zu Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Frisches Blut für Stadtführungen - neun Kursteilnehmer erhielten jetzt ihr Zertifikat.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2017 | 08:44 Uhr

Eigentlich ist sie Steuerberaterin. Doch als Dagmar Noack 1982 nach Flensburg kam, verliebte sie sich Hals über Kopf in die Stadt. Vertiefte sich in die Historie, las Bücher, studierte Bildbände. „Erst nur für mich selbst“, sagt die 52-jährige. Doch dann entschied sie sich, ihr Wissen mit anderen Menschen zu teilen – und nahm neben elf weiteren Teilnehmern an einem Kursus der Volkshochschule teil, den sie jetzt mit einem Zertifikat abschloss, das ihr von der Stadtpräsidentin persönlich übergeben wurde. Die ersten Führungen hat sie hinter sich, „und es macht mir“, betont sie, „ungeheuren Spaß“.

Da sie ihr Abitur an der Duborg-Schule gemacht hat, kann sie den dänischen Gästen die Besonderheiten der Fördestadt in deren Heimatsprache gut verständlich vermitteln. Interessenten für Stadtführungen kommen zudem aus ganz Deutschland, über die Tourismus Agentur Flensburger Förde (Taff) laufen mehrere Anfragen pro Tag ein. „Aber auch immer mehr Einheimische nutzen das Angebot. „Sie lernen ihre Stadt ganz neu und intensiver kennen“, sagt Dagmar Noack. „Und wenn es ihnen gefallen hat, buchen sie gleich eine Folgeführung hinzu.“

Einer ihrer Mitstreiter ist Bert Jacobsen, der früher im Gebäudemanagement für die technische Ausrüstung zuständig war. Jetzt widmet sich der Pensionär ganz seiner neuen Aufgabe. Er ist am Burgfried aufgewachsen und meinte, die Stadt so gut zu kennen wie seine Westentasche. „Irrtum“, sagt der 65-Jährige, „es ist erstaunlich, was man alles nicht weiß.“

Kursleiter ist Ulf Bartelsen, einer von bislang 20 Stadtführern. Mit seinen 56 Jahren ist er einer der Jüngsten seiner Zunft. Entsprechend groß ist die Freude über den Nachwuchs. „Führungen sind derzeit extrem gefragt“, sagt er. Bei der Taff wurden letztes Jahr 623 private Führungen gebucht. Hinzu kommen 295 öffentliche Führungen. „Die Gäste stehen oft mit offenem Mund da und staunen, wie sich die einst graue Maus städtebaulich entwickelt hat“, sagt er. Geschichtlich geht dabei nicht nur um Straßenbahn, Nordertor, Rum und Zucker, sondern auch um Höfe und Gassen, die keiner kennt, die aber mehr oder minder erblüht sind. „Die Stadt ist mit Beginn der industriellen Revolution förmlich explodiert.“ Er nennt spannende Themen wie das Kapitänsviertel, die Entwicklung der Westlichen Höhe oder Achter de Möhl. „Wir müssen begreifen, dass der Tourismus die Zukunft dieser Stadt ist“, sagt Ulf Bartelsen mit Nachdruck. „Und wir sind deren Botschafter.“



Folgende Personen haben an dem Kurs teilgenommen: Birgit Finner-Jagdmann (P), Ute Schmale-Zeidler (P), Ute Spiekermann (P), Brigitte Graf, Bert Jacobsen (P), Inge Kösters (P), Doreen Lutomski (P), Dagmar Noack (P), Thomas Petersen (P), Rolf Schöning, Rotraut Sembal-Klang, Sabrina Battefeld (P). (P=Prüfungstour bereits abgehalten)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert