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Stimmen Sie ab : Neue Freiheit für das Nordertor?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Dresdner Experte plädiert für Abriss der Mauer samt Arkaden und Bau eines Backsteingebäudes. Kritik gibt es am blauen Anbau, der einem „Selbstdarsteller“ gleichzusetzen sei.

Flensburg | Man muss schon eine Weile warten, bis sich an diesem sonnigen Vormittag jemand auf den I.C.Möller-Platz verirrt. Und dann ist es meist ein Besucher der Phänomenta; das Nordertor wird kaum beachtet. Das möchte der Verschönerungsverein ändern und das Wahrzeichen der Stadt in der Wahrnehmung von Einheimischen und Touristen aufwerten. Und das geht nach Überzeugung des Vorsitzenden Friedrich Schreiber nur, indem das Tor mittelfristig wieder freigestellt wird.

Das bedeutet, dass an der Ostseite die in den 80-er Jahren errichtete Mauer und vermutlich auch die umstrittenen Arkaden weg kommen. Das bedeutet aber auch, dass der vom Verein und vielen Flensburgern abgelehnte blaue Erweiterungsbau der Phänomenta, wenn nicht verschwindet, so doch um ein paar Meter zurück gebaut wird.

Dieses Ziel verfolgt der Verein seit langem. Dass er jetzt damit an die Öffentlichkeit geht, hat mit den aktuellen Planungen für die Neustadt im Umfeld der Walzenmühle zu tun. Man müsse das Nordertor nämlich auch von der Nordseite her betrachten, ist Schreiber überzeugt. Deshalb wünscht er sich, dass bei den Neustadt-Plänen der Platz rund um das Nordertor einbezogen wird. Und dass die Pläne für Neubauten – so auch das Projekt „Skolegaarden“ an der Ecke Duburger Straße / Gartenstraße – auf das Nordertor Rücksicht nehmen.

Erstmals präsentiert der Verein jetzt auch die Expertise des Dresdner Professors Thomas Will, Experte für Denkmalpflege und Entwerfen an der Technischen Universität Dresden, der sich im Dezember rund um das Nordertor umgesehen hat. Auf fünf Seiten beschreibt und analysiert er die städtebauliche Situation und macht Vorschläge für eine weitere Entwicklung. Den blauen Anbau bezeichnet er als „ein um Aufmerksamkeit heischendes Gebilde, das am liebsten selbst Denkmal sein möchte.“ Er erkenne „eine architektonische Haltung, die sich gegenüber dem Bestand herablassend und auftrumpfend verhält.“ Das Haus wirke wie „Selbstdarsteller, gut gemeint, aber nicht gut gemacht“. Es dürfte keinen langfristigen Bestand haben, sei aber aber in den nächsten Jahren auch nicht wesentlich zu verändern. Deshalb, so Will, sollte die Stadt ihre Bemühungen auf den östlichen Teil des Platzes fokussieren. Der ursprünglich geplante zweite Bauabschnitt – ein weiterer großer Baukörper an der Ostseite des Nordertors, sei nicht geeignet, die Situation zu verbessern. Will legt der Stadt einen Beschluss nahe, das Nordertor langfristig wieder freizustellen. Die Freistellung, die Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals umgesetzt wurde, sei inzwischen selbst historisch und mache in Flensburg wie auch in Lübeck beim Holstentor durchaus Sinn. Mauer und Arkaden müssten weg, stattdessen empfiehlt er einen Wettbewerb mit großer Bürgerbeteiligung und kann sich gut einen Backsteinbau in Anlehnung an das 1972 abgerissene Wohlfahrtsamt vorstellen.

Soll das Nordertor wieder freigestellt werden? Dafür müsste der blaue Phänomenta-Anbau abgerissen oder verkleinert und die Mauer nebst Arkaden abgerissen werden.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:40 Uhr

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