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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 10:46 Uhr

Bauprojekt : Neue Feuerwache kostet 13 Millionen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Berufsfeuerwehr möchte die 50er-Jahre-Wache am Munketoft verlassen und nebenan auf dem alten Hallenbadgelände neu bauen.

Es ist ein Millionenprojekt, und es lässt sich wohl kaum aufschieben. Die Stadt will ihrer Berufsfeuerwehr eine neue Feuerwache bauen. Im Planungsausschuss fiel am Dienstag der Grundsatzbeschluss dafür – ein eher symbolischer Akt. Die maßgebliche Diskussion wird im Finanzausschuss geführt werden, denn der auf dem Gelände des alten Hallenbades angedachte Neubau wird die hoch verschuldete Stadt mit bummelig 13 Millionen Euro belasten.

Die Zeiten ändern sich. Als die neue Wache 1954 in Betrieb ging, war sie für die damalige Einsatzdichte und für den damaligen Fuhrpark das Optimum. 238 Einsätze gab es damals – 60 Jahre danach sind es 1106 geworden. Mehr noch wiegt der Anstieg der Einsätze der Rettungswagen, wie Feuerwehr-Chef Carsten Herzog ausführte. Der kleine Mercedes 180 Kombi rückte 1954 insgesamt 4900 Mal aus; 2014 waren die modernen Klein-LKW über 28  000 Mal unterwegs. Steigerungsraten, die nur mit mehr Personal aufzufangen waren. Die Berufsfeuerwehr beschäftigt heute 115 Menschen, Herzogs Vorvorvor-Vorgänger kam noch mit 54 Männern aus. Und die Tendenz in allen Parametern ist eher steigend. In den kommenden zehn Jahren, sagte Herzog, sei mit rund 25 Prozent mehr Einsätzen zu rechnen.

Schon heute ist die Feuerwache diesen Ansprüchen kaum noch gewachsen. Größere Fahrzeuge, komplexere Systeme, mehr Vorschriften. „Durchgangsbreiten, Mindestabstände zum Beschicken und Warten der Fahrzeuge sind nicht mehr einzuhalten“, so Herzog. Aus dem Handwerker-Kombi sind im Rettungsdienst Mini-LKW mit umfangreicher Ausstattung geworden. Teilweise bekommen wir sie nur noch mit eingeklappten Rückspiegeln in die Halle.“ Direkt sicherheitsrelevant ist die Platznot für einige – nicht so häufig benötigte – Spezialfahrzeuge, zum Beispiel für die Schiffsbrandbekämpfung. Die stehen Herzog zufolge im Freien oder ungenügenden Carports. Wenn die an Frosttagen benötigt werden, heißt es erst einmal Eiskratzen – und hoffen, dass der Motor anspringt.

Zehn Minuten gibt der Gesetzgeber der Berufsfeuerwehr nach der Alarmierung bis zum Erreichen des Einsatzortes. Eine Größe, die in der Planung für den Neubau die entscheidende Rolle spielt. „Wir haben Ausweichquartiere im Gewerbegebiet Peelwatt oder auf dem Gelände des ehemaligen Bauhaus-Baumarktes durchgerechnet“, so Herzog vor dem Ausschuss. Alle Rechenmodelle kamen zu dem Ergebnis, dass es für Randbereiche der Stadt dann eng werden könnte. „Schon heute haben wir einige Bereiche, die mir Bauchschmerzen bereiten.“ Für die Planung würde ein Standort auf der grünen Wiese den Bau von zwei Feuerwachen erforderlich machen, wenn die Feuerwehr ihrem Auftrag gerecht werden soll. Das wären 50 Planstellen mehr und natürlich nahe dran am Optimum. „Aber ich bin nun mal nicht nur der kleine Feuerwehr-Chef“, meinte Herzog, „ich bin auch Steuerzahler.“ Von daher sei der zentrale Standort in der Innenstadt eigentlich alternativlos. Für eine zukunftssichere Planung wären nach Berechnungen der Verwaltung 6700 Quadratmeter plus eine Optionsfläche von 500 Quadratmetern sinnvoll. Die Optionsfläche könnte eine Freiwillige Feuerwehr beherbergen, die in Herzogs Kalkül für die nächsten Jahre eine stärkere Rolle spielen als in der Vergangenheit. „Wir werden sehr viel enger zusammenarbeiten“, kündigte er an.

Der Ausschuss votierte einstimmig für den Auftrag an die Verwaltung, den Neubau planerisch und kalkulatorisch in Angriff zu nehmen.


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