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Neue Erdgasleitung: Am Klueser Weg fallen die Bäume

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anwohner klagt gegen Beschluss des Ministeriums

Der Bau der umstrittenen Erdgasleitung zwischen Ellund und dem Heizkraftwerk Flensburg zeigt erste sichtbare Spuren. Am Klueser Weg werden im Auftrag der Stadtwerke vier Pappeln gefällt. Dafür wurde es auch höchste Zeit, denn nur noch heute darf laut Gesetz den Bäumen zu Leibe gerückt werden. „Eine der Pappeln war ohnehin krank“, sagt Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. Die anderen drei würden erhebliche Risiken bergen, da die Standfestigkeit gefährdet sei. Sie stehen „extrem dicht“ am Bürgersteig, unter dem die geplante Trasse verlaufen soll. Holdensen: „Sie könnten direkt während der Grabungsarbeiten oder durch beschädigtes Wurzelwerk später umstürzen.“ Die Maßnahme sei genehmigt und werde im Rahmen der Baumschutzverordnung durchgeführt.

Wann genau der Bau der Leitung beginnen kann, vermochte Holdensen nicht zu sagen. „Das wäre verfrüht.“ In der Tat sind die Stadtwerke gehalten, einen Gerichtsbeschluss abzuwarten. Denn vor einer Woche hat nach erheblichen Protesten von betroffenen Bürgern (wir berichteten) ein Anwohner des Klueser Weges Klage gegen das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel eingereicht. Karl Roll will mit diesem juristischen Schritt erreichen, dass der vom 17. Januar datierende Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung der Leitung aufgehoben und somit die Verlegung doch noch verhindert, zumindest aber aufgeschoben werden kann.

Der Kläger begründet seinen Schritt unter anderem damit, dass die Gashochdruckleitung einen zu geringen Abstand zu seinem Wohnhaus aufweise. Neben Beeinträchtigungen durch Resonanzemissionen, Unfallrisiken durch zahlreiche Anschlussstellen, spätere Tiefbauarbeiten und Gefahren durch Schwerlast- oder Panzerverkehr bestünden Abwägungsfehler bei der Trassenwahl.

Das jedoch ficht die Stadtwerke nicht an: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Ausgang des Verfahrens für uns positiv endet“, hofft Holdensen. Schließlich habe die Behörde sorgfältig geprüft, bevor sie die Zustimmung zum Bau der zwölf Kilometer langen Anschlussleitung erteilt habe.

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