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Regionalverkehr : Neue Diskussion über Zob-Bahnhof

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

SSW und WiF informierten sich im Gespräch mit Nahverkehrs-Experten – ein Gutachten könnte mehr Klarheit bringen.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 08:56 Uhr

Das Thema war nur scheintot, jetzt wurde es wiederbelebt – Anlage eines Bahnhofes am Zob, als Start und Ziel für Nahverkehrszüge aus dem Umland. SSW und WiF hatten zu einer gemeinsamen Veranstaltung am Donnerstagabend Nahverkehrs-Experten und Bürger ins Flensborghus eingeladen, um zu erfahren, welche Chance es für das Projekt gibt. Alle waren sich einig: Es gibt sie, wenn sie von einer breiten Mehrheit in Flensburg gewünscht wird.

Vor einem Jahr intensiv diskutiert, war die Idee im Januar 2013 beerdigt worden: mit der Entscheidung des Planungsausschusses, den Bahnhof am heutigen Standort zu sichern, weiterzuentwickeln und eine bessere Verbindung zur Stadt zu schaffen. Die Trasse der Hafenbahn mit dem Damm durch die Innenstadt soll erhalten werden.

Damit war das Projekt eines Bahnhofes am Zob tot. Obwohl damals im Gespräch, kam es nicht einmal zur Ausarbeitung eines Gutachtens, das Trassenführungen und Kosten aufzeigen sollte.

Folgerichtig hat die Stadtplanung den Parkplatz nördlich des „Mauseloch“ für eine Bebauung vorgeschlagen – Parkhaus und Wohnungen –, der eigentlich als Parkplatz für einen Bahnhof am Zob reserviert ist. Dies war der Auslöser für SSW und WiF, das Thema erneut aufzugreifen.

SSW-Ratsherr Glenn Dierking wies darauf hin, dass der Bahndamm mit seinem Bestand von 160 Jahren auch ein Stück Kulturgeschichte sei. WiF-Ratsmitglied Harro Teichmann kritisierte, dass der Beschluss im Januar 2013 ohne ausreichende Information der Entscheidungsträger gefallen sei.

Tatsache ist, dass die Zahl der Ein- und Aussteiger für Züge, die in Flensburg beginnen oder enden, mit 200 am Tag extrem niedrig ist. Selbst Husum kann 600 verzeichnen. Die Fachleute von der landesweiten Verkehrsservice-Gesellschaft (LVS) und der Deutschen Bahn (DB) sehen den Grund in der unattraktiv großen Entfernung des Bahnhofes zur Stadt. Robert Guggenberger von der DB stellte fest: „Der Flensburger Bahnhof ist schlecht zu erreichen.“ Verbesserungen in dieser Lage könnten intelligente Verknüpfungen mit dem Bus erreichen. Ekkehard Krüger vom Seniorenbeirat kritisierte, dass die Zeiten für den Bus nicht auf Ankunft oder Abfahrt der Züge abgestimmt seien. „Wenn ein Zug ankommt, muss ein Bus bereit stehen.“

Zur Beschleunigung des Verkehrs auf der Bahnroute Aarhus-Hamburg sollte für ein paar Minuten Zeitgewinn der heutige Bahnhof durch einen Neubau in Weiche ersetzt werden, meinte Claus Schmidt vom Udviklingsråd Sønderjylland. Alle Möglichkeiten zu nutzen, bedeute letztlich doch, eine gute Beschleunigung für die Züge herauszuholen. Die Experten von LVS und Pro Bahn schilderten Beispiele, in denen das Muster eines Innenstadt-Bahnhofes und eines Bahnhofes an der weiter entfernten Fernverkehrsstrecke – wie ein Bahnhof am Zob und ein Fernbahnhof in Weiche – durchaus funktionieren und gute Ergebnisse bringen könne.

Nach der Diskussion brachte es ein Zuhörer auf den Punkt: „Was ist nun zu tun?“ Kurt Neumann, bürgerliches Mitglied für die CDU im Planungsausschuss, der die Veranstaltung mitverfolgte, hatte eine Antwort parat: Ein Gutachten über einen Bahnhof am Zob müsse belastbare und aktuelle Fakten liefern.

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