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Schulneubau in Flensburg : Neue Chance für alte Hohlwegschule

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Diese Woche will die Stadt mit Ramsharde den ersten Grundschulneubau auf den Weg bringen – Gegenwind gibt es dagegen auf Jürgensby.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 06:49 Uhr

Seit Herbst 2015 plant die Stadt Flensburg für die in die Jahre gekommenen Schulen Ramsharde, Fruerlund und Hohlweg drei neue Grundschulen. Bislang gibt es noch keinen Beschluss, welcher Schulneubau zuerst dran sein soll. Die Planer aus der Stadtverwaltung haben nur wiederholt betont, dass mit einem der drei Neubauten bis Ende 2018 begonnen werden muss, wenn millionenschwere Fördergelder fließen sollen. Allerdings gilt die Schule Ramsharde im Flensburger Norden mit zwischenzeitlich zwei gesperrten Klassenräumen als so angeschlagen, dass an ihr kaum ein Weg vorbeiführt. Zwischen 20 und 21,5 Millionen Euro werden die Investitionskosten für den Neubau auf dem Kleingartengelände neben der Comeniusschule veranschlagt. Das geht aus der Beschlussvorlage von Immobilienchef Michael Draeger und Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert für die gemeinsame Sitzung von Bildungs- und Finanzausschuss am Donnerstag hervor.

Für die Ramshardeschule spricht darüber hinaus, dass hier eine reine Grundschule geplant ist. Bei der Fruerlundschule und der Hohlwegschule ist das Planen noch komplizierter, weil am gleichen Standort jeweils auch eine Kita entstehen soll. In Fruerlund zum Beispiel feiert die erste Planung mit dem politischen Beschluss von 2007 für den damals sogenannten „Kindercampus“ in diesem Jahr zehnten Geburtstag.

Nicht ganz so lange läuft die Planung an der Hohlwegschule. Ende 2014 wurde eine große Kita an der Hohlwegschule beschlossen – auf dem weitläufigen Gelände südöstlich der Schule. Der dringend benötigte Ersatzbau mit 120 Plätzen für die Kitas Schwedenheim und Johannisstraße hätte also schon weit gediehen sein können – wenn die Immobilien-Verwaltung 2015 nach den Bauzustandsberichten nicht beschlossen hätte, neben Ramsharde und Fruerlund auch Flensburgs ältestes Schulgebäude an der Glücksburger Straße zugunsten eines Neubaus aufzugeben. Es folgte der Beschluss, Schule und Kita vermutlich neben der Käte-Lassen-Schule neuzubauen. Die neue Kita in der südöstlichen Altstadt versank im Dornröschenschlaf.

Dafür, dass der Vorschlag, Hohlwegschule und Kita am Käte-Lassen-Weg auf dem alten 08-Sportplatz zu bauen, aus der Stadtverwaltung kam, lesen sich die wenigen Zeilen in der aktuellen Beschlussvorlage wie ein Rückzieher: Die Fläche sei eine „für den Stadtbereich wichtige Grünfläche“, die durch die Kita „weiterhin eingeschränkt würde“. Deshalb gebe es zunächst eine Machbarkeitsstudie, die noch nicht abgeschlossen sei.

Ungeachtet dessen hatte vergangene Woche auch das Forum Jürgensby/Sandberg in der Hohlwegschule getagt und über diese Situation beraten. In der von Forumssprecher Gernot Nicolai geleiteten Sitzung stellte sich heraus: Lehrer, Eltern und Anwohner der gut besuchten Sitzung sprachen sich sehr deutlich für eine Zukunft von Flensburgs ältester Schule aus: „In diese Schule ist noch nie investiert worden“, erklärte Nicolai. Zudem hat das pädagogische Personal in Workshops im vergangenen Jahr offenbar die Erkenntnis gewonnen, dass ein moderner Neubau die wachsende Schule räumlich wie pädagogisch viel schlechter stellen würde als das Gebäude aus den 1850er Jahren. Es bleibe nicht nur viel weniger Platz pro Kind, auch gebe es für die Nachmittagsangebote des offenen Ganztags gar keine eigenen Räume. Soll in den gleichen Klassenzimmern, in denen Lehrer Projektunterricht für den Folgetag vorbereiten, Nachmittagsbetreuung stattfinden? Moderne Schule sieht anders aus. Forumsvorsitzender Nicolai fordert deshalb, das Bestandsgebäude und einen Kita-Neubau hier erneut zu prüfen: „Ich kann mir das gut auf dem großen Gelände vorstellen“, sagt er. Jugendhilfeausschussvorsitzende Ellen Kittel-Wegner (Grüne), zugleich Mitglied im Finanzausschuss, scheint nicht völlig abgeneigt: „Wir müssen auch diesen Standort ernsthaft prüfen, es darf aber zu keiner Zeitverzögerung kommen.“

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