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Wohnungsbau in Flensburg : Neubau: SBV will aufs Tempo drücken

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Standardhaus „Fünfzehn Quadrat“, neue Staffelgeschosse für alte Häuser an der Mozartstraße: Viele neue Ideen für die wachsende Stadt

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 23:26 Uhr

Fast 200 Millionen Euro hat der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) in den vergangenen zehn Jahren in Flensburg investiert. Das Tempo soll weiter zunehmen: Bis 2020 plant Flensburgs größte Wohnungsbaugenossenschaft, weitere 150 Millionen Euro in der wachsenden Stadt für Neubau, Modernisierung und Instandhaltung auszugeben.

Neben dem Geld der eigenen Sparkunden soll dabei auch die Kieler Investitionsbank helfen: „Wir haben 25 bis 30 Millionen öffentliche Darlehen bei der I-Bank angemeldet“, verrät SBV-Vorstandschef Raimund Dankowski. Damit aber nicht genug. Er habe schon einen neuen Termin mit der Förderbank: „Wir könnten zwischen 40 und 50 Millionen Euro hier verbauen“, so sein Ziel.

Allein die aktuellen Neubau-Projekte sollen zusammen rund 360 Wohnungen schaffen: 47 an der Ecke Exe/Schützenkuhle (fast fertig, 7 Wohnungen frei), 74 im „Seniorengarten Mürwik“ auf der Fläche des Ex-Schottweg-Hochhauses (Bezug Frühjahr 2018), 50 Wohnungen am Wasserturm, 100 im Projekt Mølledam (Bahnhofstraße/Ecke Munketoft bis Frühjahr 2017) sowie 90 in Fruerlund (Travestraße 28). 171 der Wohnungen sind öffentlich gefördert.

Der SBV hat sich zudem in Tarup Südost um das für Geschosswohnungen umgewidmete Grundstück zwischen Bahn und Hochfelder Landstraße beworben – 300 Wohnungen könnten allein hier entstehen, 60 davon öffentlich gefördert, schätzt Dankowski.

Hier könnte das neu entwickelte „Fünfzehn Quadrat“-Standardhaus zum Einsatz kommen, das – völlig kellerfrei – als Einzelhaus, in Reihe oder in bis zu vier Geschossen funktionieren soll: „Das ist der Versuch, mit gleichviel Geld mehr zu bauen“, erklärt Dankowski. Am Hestoft in Fruerlund sollen für drei Millionen Euro die ersten 21 Wohnungen dieses Typs entstehen.

Doch es gibt schon weitere Ideen: In Engelsby sollen die Häuser Mozartstraße 8 - 36 um ein nagelneues Staffelgeschoss als fünfte Etage aufgestockt werden. Am 15. Juni ist Baubeginn für 30 neue Wohnungen. Die ersten Gerüste stehen schon. An der Straße „Rude“ wird die Zeile 1 - 23 komplett abgerissen 30 neuen Wohnungen weichen.

Der SBV hält sich und seine engagierte Wohnungsbaupolitik indes für die beste Mietpreisbremse. Die aktuell 6914 Wohnungen würden für durchschnittlich 5,05 Euro (netto kalt) vermietet. 60 Prozent aller SBV-Wohnungen lägen unter 5,20 Euro, sagt Dankowski. Deutlich darüber lägen ausschließlich die jüngsten Neubauvorhaben Vividomo (Munketoft) sowie am Wasserturm. Insgesamt ein Fünftel der SBV-Wohnungen sei öffentlich gefördert. Diese Quote liege fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Stadt, nach Angaben dankowskis zwischen zehn und elf Prozent, und soll auch in den kommenden Jahren gehalten werden, obwohl zahlreiche Objekte aus der Bindung fallen.

Außerdem plant der SBV t mit Stadt und Flüchtlingshilfe ein Angebot für Einwanderer. Die Willkommensmappe mit Hinweisen ist schon in Vorbereitung – und ein Pate soll geflüchteten Neu-Mietern zur Seite gestellt werden.

Für ein SBV-Urgestein war der gestrige Abend der Vertreterversammlung ein ganz besonderer: Aufsichtsratschef Peer Oberg (72), seit 30 Jahren ehrenamtlich Mitglied und viele Jahre Vorsitzender dieses Gremiums, wurde als Chefaufseher verabschiedet. „Damit geht eine Ära zu Ende“, erklärte Vorstandschef Dankowski. Als einfaches Mitglied bleibt Oberg dem Aufsichtsrat indes für drei weitere Jahre erhalten.

Als gut für den SBV und seine Spar-Kundschaft erweist sich die genau vor fünf Jahren gestartete Spareinrichtung. Während die SBV-Kunden im vergangenen Jahr noch durchschnittlich 1,9 Prozent Zinsen auf Sparenlagen einstreichen konnten, kann der SBV damit umgekehrt auf vergleichsweise günstiges Geld zum Bauen für Flensburg zurückgreifen. Zum Jahreswechsel kletterten die Einlagen der Sparer auf 77,4 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch fast sieben Millionen Euro weniger. Zum fünfjährigen Bestehen in diesem Frühjahr liegt die Zahl bereits bei 80 Millionen Euro – allerdings hat der SBV die Zinsen aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus auf den Kapitalmärkten auch gesenkt.

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