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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 20:27 Uhr

Neubau für bretonische Reederei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und Brittany Ferries unterzeichnen Vorvertrag über den Bau einer Fähre, die 2019 fertig sein soll

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) hat am Mittwoch eine Absichtserklärung (letter of intent) mit der französischen Reederei Brittany Ferries über den Bau einer Fähre unterzeichnet. Das teilt die Reederei mit Sitz in Roscoff/Bretagne auf ihrer englischsprachigen Homepage mit und betont dabei vor allem den Gas-Antrieb der Fähre.

„Es wird eines der saubersten, umweltfreundlichsten Schiffe sein, die in britischen Gewässern fahren, weil LNG (Liquid Natural Gas, flüssiges Erdgas) während der Verbrennung weniger Kohlendioxyd emittiert als Marinediesel und zudem ohne Rauch verbrennt“, heißt es in der Nachricht. „Außerdem ist es frei von Schwefel und hat sehr niedrige Stickoxyd-Werte.“ Die Unterzeichnung der Absichtserklärung mit der FSG sei, so der Vorstandsvorsitzende Christophe Mathieu, „ein konkreter Schritt auf dem Weg zu einer neuen Generation von Fähren für Brittany Ferries.“ Dem Brexit zum Trotz sei man zuversichtlich, weiter zu wachsen und das Liniennetz zu modernisieren, mit Blick sowohl auf den Tourismus als auch auf den Handel im Westen Europas.

Der Neubau, für den im Frühjahr 2017 der endgültige Vertrag unterzeichnet werden und der 2019 vom Stapel laufen soll, ist für den Einsatz auf der Route Caen – Portsmouth vorgesehen, auf der es täglich drei Verbindungen in beide Richtungen gibt. Das Schiff mit einer Länge von 185 Metern und einer Breite von 31 Metern bei einem Tiefgang von 6,50 Metern wird über 257 Kabinen verfügen und hat auf den Fahrzeugdecks eine Spurlänge von 2600 Metern. Dieser Platz reicht für 130 Anhänger oder 550 Autos und 64 Anhänger. Die Fähre kann 1680 Passagiere befördern.

Im zu Ende gehenden Jahr habe Brittany Ferries 2,4 Millionen Passagiere auf seinen Linien zwischen Frankreich und England bzw. Irland sowie zwischen England und Spanien befördert. 80 Prozent der Passagiere seien Briten.

Für die FSG wird dieser Neubau eine weitere Stabilisierung bedeuten. Erst vor gut einem Monat hatte die Landesregierung eine weitere Bürgschaft in zweistelliger Millionenhöhe zur Absicherung von Krediten beschlossen (wir berichteten). Die Werft verfügt derzeit über ein Neubauvolumen von 365 Millionen Euro (sechs Schiffe) und ist bis 2018 ausgelastet. Der neue FSG-Chef Rüdiger Fuchs kündigte zudem an, dass die FSG 2017 erstmals nach vier Jahren keine rote Zahlen schreiben werde. Kehrseite der Medaille: Das Traditionsunternehmen musste sich von rund 100 Mitarbeitern trennen.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 08:07 Uhr

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