zur Navigation springen

Stadtwerke Flensburg : Netze-Frust in bester Einödlage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei Fernwärmearbeiten in Solitüde hätten Glasfaserkabek verlegt können – doch es ist trotz großer Pläne der Stadtwerke unterblieben.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 08:30 Uhr

Flensburg | Zugegeben – die Lage ist schon etwas peripher, direkt am Stadtrand und am Ende einer Sackgasse. Doch es ist eindeutig Flensburg, und die Hausbesitzer hier haben die gleichen Erwartungen an die Infrastruktur wie in Engelsby, Weiche und auf der Westlichen Höhe. Deshalb begrüßt Gunnar Meyer-Truelsen die Absicht der Stadtwerke, die Stadt flächendeckend mit Glasfaserkabel zu versorgen – und war einigermaßen entsetzt darüber, was er vor wenigen Wochen erleben musste.

Das Fernwärmenetz endete bis vor kurzem rund 80 Meter vor den Häusern von Meyer-Truelsen und seinem Nachbarn Ernst Hegerfeld am Ende der Straße Solitüde am Waldrand. Als Hegerfeld, ein Neu-Flensburger, das Haus vor wenigen Jahren erwarb und bezog, wollte er – anders als der Vorbesitzer – sofort einen Fernwärmeanschluss haben. Dieser wurde vor wenigen Wochen gelegt. Meyer-Truelsen ging nun fest davon aus, dass die Stadtwerke in den einmal ausgehobenen Schacht zumindest ein Leerrohr oder besser gleich ein Glasfaserkabel für einen späteren Anschluss der Häuser legen würden.

Doch da wurde er enttäuscht. Diesen Auftrag hätten sie nicht, sagten auf Anfrage die Bauarbeiter. Flugs waren Fernwärmeleitungen verlegt und der Graben wieder zu. Durch energisches Nachfragen und inständiges Bitten erreichte der Flensburger, dass Leerrohre zumindest auf den letzten Metern von der Stichstraße zu den beiden Häusern bereit gestellt werden – das zu seinem Haus musste er noch fast noch selbst verlegen, es sei nur lässig an der Baustelle abgelegt worden, wunderte sich Gunnar Meyer-Truelsen.

Erneutes Nachfragen hinterließ erneut einen ratlosen Bürger: „Ich habe gefragt, wann unsere Häuser, unsere Straße oder das Viertel ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Ich habe keine Antwort bekommen. Wie es scheint, gibt es keinen Ausbauplan.“

Mit dieser Vermutung liegt Meyer-Truelsen aber nur zum Teil richtig. 400 Kilometer Glasfaserkabel haben die Stadtwerke bereits. „Der weitere Ausbau wird schon geplant“, so Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. „Dazu wird unser Netzgebiet (Flensburg, Glücksburg, Harrislee) in Cluster aufgeteilt, die zukünftig Stück für Stück an das Glasfasernetz angeschlossen werden sollen. Für dieses Projekt sind Investitionen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe und eine detaillierte Bewertung des Projektes notwendig. Erst nach der Bewertung kann detailliert bestimmt werden, wann welcher Stadtteil/welches Cluster mit Glasfaser versorgt werden kann.“

In Neubaugebieten wie zum Beispiel im westlichen Teil von Groß-Tarup würden derzeit automatisch Glasfaserkabel verlegt; auch Wohnungsbaugenossenschaften seien angeschlossen. In den anderen Gebieten würden bei Bauarbeiten Leerrohre mit verlegt, in die man später Glasfaser einziehen kann. Warum dies in der Solitüder Stichstraße unterblieben ist, ließ sich gestern auf die Schnelle nicht nachvollziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen