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Zwei Konzepte für maritime Feste : Nautics schlägt Flensburg Maritim

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Das Flensburger Hafenfest Nautics bleibt. Der Hauptausschuss entschied sich gegen den Historischen Hafen und Flensburg Maritim. Danach hatte es nicht immer ausgesehen.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2013 | 03:33 Uhr

Flensburg | Die Flensburger Nautics haben plötzlich wieder eine Zukunft. Der Hauptausschuss sprach sich im nicht-öffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für eine Fortführung des bewährten Konzeptes der maritimen Großveranstaltung aus. Das alternativ diskutierte Konzept der Woche "Flensburg Maritim", die der Historische Hafen mit dem Designer Rainer Prüß umsetzen wollte, kam nicht zum Zuge. Die Stadt setzt weiter auf das Gespann Michael Reinhardt und Jürgen Edelhoff.
Danach hatte es im Vorfeld dieser Entscheidung nicht immer ausgesehen. Zu sehr hing den beiden Veranstaltern - Reinhardt organisiert traditionell das land- und Edelhoff das wasserseitige Programm - ein unschönes Intermezzo vor den Nautics 2012 nach, in dem sie wegen eines Streits über die Namensrechte sich erst getrennt und dann in letzter Sekunde und kurz vor dem Platzen der Veranstaltung wieder zusammengerauft hatten. Alles vergeben und vergessen. Jedenfalls bis auf Weiteres. Mit Ausnahme der SPD- und der SSW-Fraktion stimmte die Politik für die Beibehaltung des Kurses, eine künftige Ausschreibung dieser nach dem Dampf Rundum größten maritimen Flensburger Veranstaltung ist angedacht, sagte die Hauptausschuss-Vorsitzende Erika Vollmer auf Anfrage.

"Das ist sehr schade"


Ausschlaggebend für eine Fortsetzung der seit 2004 bestehenden Partnerschaft mit Reinhardt und Edelhoff sei die Sorge gewesen, das "eher skizzenhafte" und vielschichtige Prüß-Konzept würde sich so schnell nicht umsetzen lassen. "Wir können den Leuten aber nicht eine beliebte Großveranstaltung wegnehmen und ihnen als Ersatz den Ansatz von etwas Neuem geben." Tatsächlich hatte Rainer Prüß für sein zeitlich und thematisch breit angelegtes Konzept eine Wachstumsphase angesetzt. "Von Null auf Hundert gibt es nicht", hieß es in dem Bewerbungsschreiben. Der Autor war jedoch sicher, schon die zweite Flensburg Maritim-Woche in der gewünschten Größenordnung etablieren zu können.
Die unterlegenen Fraktionen waren enttäuscht. "Das ist sehr schade", so Hans-Joachim Haut (SPD). "Wir haben die Chance vertan, eine neue und wie ich finde sehr viel versprechende Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die sich deutlich von der Konkurrenz in Kiel, Hamburg oder Rostock absetzt." Auch Martin Schulz, Geschäftsführer des Museumshafens und Projektbetreuer im Historischen Hafen, ist enttäuscht. "Sehr bedauerlich, dass ein wirklich tolles Konzept für Flensburg jetzt nicht umgesetzt werden kann." Rainer Prüß, der seine Idee einer maritimen Themenwoche für Flensburg seit 2002 bereits zum dritten Mal in die Diskussion eingespleißt hat, winkt ab. "Das juckt mich doch nicht. Ich habe als ehrenamtliches Mitglied des Museumshafens lediglich einen Vorschlag gemacht, außerdem war der Historische Hafen aufgerufen worden, eine neue Veranstaltung zu konzipieren." Prüß hält es unter Gesichtspunkten des Stadtmarketings für angezeigt, auch mit modernen Pfunden zu wuchern. "Es ist wirtschaftlich nachteilig, wenn wir nur mit alten Schiffen hausieren gehen. Wir haben doch viel mehr hier oben."
Die Politik hat entschieden, Michael Reinhardt blickt nach vorn. "Ich kann mich nur für das mir und Jürgen Edelhoff entgegen gebrachte Vertrauen bedanken", meinte er. "Das zeigt auch das Vertrauen in den Ruf einer Marke, die über zehn Jahre gewachsen ist. Und diese Marke heißt Nautics."
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