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Flensburger Hafenfest : Nautics 2014 – Bürgerfest der Superlative

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehrere hunderttausend Besucher strömten am Wochenende an den Flensburger Hafen. Die Nautics 2014 wurden mit ihren zahlreichen Attraktionen zum maritimen Großereignis.

Flensburg | Eitel Sonnenschein – trotz eines verregneten Sonntags. 50 super-sportliche Damen hatten am Sonntagmittag gerade eine Zumba-Demonstration auf dem Deck der „Atlantis“ beendet, die den Begriff „Aquafitness“ verdient hätte, da zogen die Organisatoren Bilanz – unter Deck. Und eine durchweg positive. Hans-Jürgen Edelhoff, zuständig für das Programm auf See, sparte nicht mit Superlativen. Die 6. Flensburg Nautics, verkündete er, seien die bislang besten und erfolgreichsten gewesen. „Ein tolles Fest!“ Und dann gab es ja noch das Feuerwerk am Freitag, nicht nur für ihn das prächtigste seit langer Zeit. Goldrausch am Fördehimmel – eine Viertelstunde lang.

Tatsächlich ließ das maritime Bürgerfest in puncto Vielfalt kaum Wünsche offen. Im Mittelpunkt standen insgesamt 100 Schiffe mit ihren 278 Crew-Mitgliedern. Allen voran die Windjammer und Gaffelsegler, die bei bestem Wetter und vor prächtiger Kulisse an der Schiffbrücke für ein imposantes Panorama sorgten. Viele Gäste nutzten die Möglichkeit zum Mitsegeln oder das „Open ship“. Die Regatta am Sonnabend konnte bei idealem Wind starten, in fünf Gruppen wurden die jeweiligen Sieger ermittelt, bei der Preisverteilung aber ging keiner leer aus. Kuriosum: Die Besatzung des Wikingerschiffs „Ragna“ musste zur Rückfahrt bei starkem Gegenwind die Ruder in die Hand nehmen und schaffte es so immer noch auf einen respektablen 3. Platz. Zur Belohnung gab es ein Küsschen von der Glücksburger Rosenkönigin.

Tags zuvor war alles, was sich auf dem Wasser schwimmend bewegen kann, bei der Lampionfahrt dabei. „Die Begeisterung auf jedem einzelnen Schiff war spürbar“, sagte Klaus-Peter Heldt, Vorsitzender des Kreisseglerverbandes, unter dessen Leitung das Ereignis stattfand. „Auch der Fischerkorso hat das Fest ungemein bereichert“, fügte Anke Edelhoff an. Und mahnte: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Fischer hier bleiben. Sie gehören zum Hafenbild einfach dazu.“

Dazu gehörten natürlich auch der maritime Handwerkermarkt, die zahlreichen Kulturoasen mit Gauklern, Sängern und Artisten und dem Piraten, der Kindern spielerisch Nachhilfe in Sachen Backbord, Smutje und Klabautermann erteilte. Musik gab es auf mehreren Bühnen: Loona und Captain Jack im Halbplayback, rein akustisch dagegen Newcomer wie Max & Co aus Flensburg, die Dänin Ida Gard mit Songwriter-Qualitäten. Die großen Abräumer waren jedoch Glasperlenspiel, bei deren Elektro-Pop das Auditorium vor der Nordertor-Bühne aus allen Nähten platzte.

Premiere feierte die Literatur unter Segeln, die auf historischen Planken guten Zuspruch fand, wie Bärbel Kiy, Vorsitzende des Vereins der Schriftsteller in Schleswig-Holstein, vermerkte. Viele Ehrenamtler von Vereinen und Verbänden fanden auf dem Fest überdies Gehör – von den Landfrauen bis hin zum Katharinen-Hospiz. Gut besucht und beschirmt war der ökumenische Gottesdienst unter dem passenden Motto „Wind“. Alles friedlich, vermeldete gestern auch die Polizei: keine Tätlichkeiten, kein Mann über Bord, keine besonderen Vorkommnisse.

Michael Reinhardt von der Agentur „Volldampf“ betonte, dass die Stände extra so platziert worden seien, dass genug Raum zum Flanieren und eine gute Sicht auf die Schiffe gewährleistet sei. Er würdigte das Fest als touristisches Leuchtturmprojekt mit einer enormen Wertschöpfung für die gesamte Region. „So war es konzipiert worden, und es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern.“

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