zur Navigation springen

Nieby : Naturschützer kritisieren Kasernen-Abriss

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Nabu Ostangeln fordert die Gemeinde Nieby auf, die Bebauungsplanung für das Sandkoppel-Gelände aufzugeben – zum Schutz von Tieren und Pflanzen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Sandkoppel-Kaserne sei „ohne Rücksicht auf Verluste“ für Bäume und für Tiere, die dort überwintern wollten, nahezu alles niedergewalzt worden, bemängeln die Verantwortlichen des Nabu Ostangeln. Kritisiert wird der Umstand, dass der Kappelner Investor den mit großem technischen Einsatz des Tiefbau-Unternehmers Holger Pinn vorgenommenen Abriss der maroden Kasernenanlagen ohne die endgültige Entscheidung der Niebyer Gemeindevertretung zum Feriendorf-Projekt veranlasste – und
dies entgegen früherer Zusage des Eigentümers, so sensibel wie möglich vorzugehen.

Dagmar Struß, verantwortlich für die jüngste Stellungnahme des Nabu, erklärte anlässlich der Jahresversammlung der Ostangelner Naturschützer in Pommerby, es bestehe weiterhin für die Niebyer Mandatsträger die Chance, „die Reißleine zu ziehen und sich nicht einschüchtern zu lassen“ – und die Bebauungsplanung für das Gelände aufzugeben. Denn schließlich liege das Baugelände mitten im Naturschutzgebiet und könne einen Zustrom von jährlich über 40  000 Gästen im neuen Ostseedorf mit seinen 41 reetgedeckten Komforthäusern nicht verkraften. Erbost zeigte sich der Nabu-Vorstand über eine in einem Leserbrief geäußerte Bemerkung des Investors Norbert Essing, bei ihnen handele es sich um „fanatische Neinsager“.

Nils Kobarg, Leiter der Integrierten Station „Geltinger Birk“ in Falshöft, warf dem Nabu-Vorstand während der Diskussion etliche Sach- und Argumentationsfehler vor. Beispiel: Das künftige Feriendorf liege 400 Meter vom Landschaftsschutzgebiet entfernt – also nicht „mittendrin“. In mehreren Gutachten unabhängiger Sachverständiger sei klargestellt worden, dass das Feriendorf-Projekt sämtliche Anforderungen in Sachen Naturschutz erfüllt. Kobarg: „Ich bin verärgert und enttäuscht über die negative Stimmungsmache, die vom Nabu betrieben wird.“ Dagmar Struß hingegen verteidigte weiterhin alle kritischen Aussagen in ihrem Papier und bedauerte, dass die zuständigen Behörden mit verfügbaren Konversionsmitteln das Ex-Kasernengelände nicht in eine reine Zone der Natur zurückverwandeln ließen.

Bei den Vorstandswahlen zeigte sich, dass es hinter den Kulissen intern „geknirscht“ hat. Der bisherige Kassenwart Ulli von Hören trat spontan zurück, weil er nicht in die Beratungen um einen geplanten Führungswechsel einbezogen worden war. Die Mitglieder allerdings bestätigten ohne Gegenstimmen die angestrebte Rochade: Neue Nabu-Chefin ist nun Birgitt Jessen-Braun aus Steinbergkirche, bisher Vizevorsitzende, während ihre Vorgängerin Dagmar Struß aus Kappeln nun als stellvertretende Vorsitzende fungiert. Struß nannte nach dreijähriger Amtszeit gestiegene berufliche Belastungen als Begründung für ihren Schritt. Zum neuen Kassenwart wählten die Mitglieder Martin Willers aus Niesgrau. Dessen Ehefrau Antje Willers bleibt Schriftführerin. Als neue Beisitzer haben sich Karl-Ernst Altermann aus Neukirchen, Gerhard Herchet aus Stausmark und Malte Dallmeyer aus Kappeln – gemeinsam mit Holger Tüxen aus Schiol – für eine aktive Mitarbeit im Vorstand entschieden.

Im Einklang mit der Kappelner Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU) hat sich der Nabu mit scharfer Kritik über die jüngsten Baumfällaktion an der Nordstraße in der Schleistadt geäußert. Dagmar Struß erwähnte, ein hinzugezogener unabhängiger Sachverständiger habe nach Untersuchung der rund 25 Pappeln deren „gesunden Zustand“ festgestellt. Es sei unverständlich, dass die Untere Naturschutzbehörde diesen Kahlschlag dennoch veranlasst habe, merkte IGU-Chef Dieter Rackow an. Er kündigte an, in seiner Organisation eine offizielle schriftliche Beschwerde zu diesem Vorgang zu formulieren und auf den Weg zu bringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen