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Winterzeit : Nächtliche Extrastunde für Polizei und Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zeitungszusteller Fink ärgert sich über die Zeitumstellung, Pastor Bornemann liebt lange Sommerabende

Heute Nacht gibt es eine Stunde doppelt – die von zwei bis drei Uhr am frühen Sonntagmorgen. Trotz des Zeitgewinns, der ja letztlich nur eine Kompensation für den Verlust der Stunde im Frühjahr ist, haben immer Menschen Probleme mit dem Wechsel von Winter- zur Sommerzeit und zurück. An einen ökonomischen Nutzen glaubt kaum noch jemand, die Kritik an der Zeitumstellung nimmt – so scheint es – von Jahr zu Jahr zu. Aber es gibt auch Befürworter.

Besonders betroffen sind natürlich die Menschen, die in der fraglichen Nacht arbeiten müssen – zum Beispiel bei Feuerwehr und Polizei. Doch wieder Erwarten bleibt die Kritik aus, jedenfalls von offizieller Seite. Keine Probleme hat die Flensburger Berufsfeuerwehr mit der Zeitumstellung. In der fraglichen Nacht von Sonnabend auf Sonntag sind zehn Einsatzkräfte für den Löschzug und sieben weitere für den Rettungswagen im Einsatz. Diese Leute arbeiten in dieser Nacht einfach eine Stunde mehr, berichtet Rainer Blaas, Leiter des Einsatzdienstes. Im Idealfall holen sie sich diese Stunde ein halbes Jahr später zurück – wenn die Uhr eine Stunde vorgestellt wird. „Ansonsten gleicht sich das bei uns über die Jahre aus“, sagt Blaas. Zeitumstellung? Kein Problem bei der Feuerwehr.

Ähnlich sieht es bei der Flensburger Polizei aus. „Anlässlich der Zeitumstellung versehen alle in dieser Nachtschicht eingesetzten Beamten ihren Dienst in gewohnter Struktur – unabhängig vom Zeitwechsel“, teilt auf Anfrage Matthias Glamann mit, Sprecher der Flensburger Ordnungshüter. Die Kolleginnen und Kollegen seien in dieser Schicht eine Stunde länger „im Einsatz“. Oftmals komme es, so Glamann, auch im alltäglichen Einsatz zu derartigen „Überstunden“.

„Ob sich die längste Nacht des Jahres anlässlich diverser Veranstaltungen in Einsätzen spiegelt, bleibt abzuwarten – davon gehen wir aber zur Zeit nicht aus“, sagt Glamann vorsichtig optimistisch.

Gar nicht begeistert von der Zeitumstellung ist dagegen Rentner Peter Fink, der an sechs Tagen pro Woche morgens in Engelsby das Flensburger Tageblatt austrägt. „Ich geh normalerweise um 9 Uhr zu Bett und bin dann um 2 Uhr automatisch wach“, sagt er. Das funktioniert nach der Zeitumstellung nicht mehr. „Ich brauche rund 14 Tage, um mich daran zu gewöhnen. Das ist großer Mist“, schimpft der frühere Eisenbahner, dem das frühe Aufstehen ansonsten nichts ausmacht.

86 Zeitungen bringt er jeden Morgen zu seinen Lesern, im dicht besiedelten Bereich zwischen Brahmsstraße und Franz-Liszt-Hof. Die Zeitumstellung hält er für absolut überflüssig und unsinnig. „Das bringt doch überhaupt nichts. Das ist rausgeschmissenes Geld!“

Einer, der die Sommerzeit liebt, ist Pastor Thomas Bornemann von St. Nikolai. „Ich genieße die langen Tage im Sommer und liebe es, um 23 Uhr noch beim letzten Tageslicht draußen zu sitzen“, sagt er. Um die Turmuhr der Kirche muss er sich schon seit 15 Jahren nicht mehr kümmern. Sie hat eine Funkverbindung und wird um 3 Uhr automatisch um eine Stunde zurückgestellt.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 18:28 Uhr

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