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Campus Sandberg Flensburg : Nächstes Wohnheim schon in Planung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Vorstellung der Studentenwerkspläne: Anwohner und Kleingärtner der Mumm’schen Koppel verlangen Erhalt von Grün im Viertel

Es gibt ein Feld, auf dem die schnell gewachsene Universitätsstadt Flensburg offenbar deutlich Nachholbedarf hat – Wohnheimplätze für Studierende: „Flensburg hat eine Versorgungsquote von unter fünf Prozent“, berichtete Astrid Dürkoop vom Studentenwerk Schleswig-Holstein im Technischen Rathaus. Landesweit liege die Quote bei sieben Prozent, und bundesweit hätten sogar zehn bis zwölf Prozent der Studierenden einen Wohnheimplatz.

Das Studentenwerk will diese Situation auf dem wachsenden Campus mit seinen fast 10  000 Studierenden nun kurzfristig verbessern: Unmittelbar neben dem Uni-Hauptgebäude („Oslo“) haben die Kieler ein fünfstöckiges Wohnheim mit dunkler Backsteinfassade errichtet. Nach mehrjähriger Planung öffnet das 115 Plätze große Haus, ein gutes Jahr nach dem Richtfest, im September, auf jeden Fall aber rechtzeitig zum Wintersemester. Die Gesamtkosten für den ersten Komplex betragen rund 5,5 Millionen Euro. Das Zimmer kostet durchschnittlich 280 Euro warm, einschließlich Internet.

Noch bevor das erste neue Haus bezogen ist, läuft bereits die Planung für das nächste, nahezu baugleiche, aber um einen Flügel (rund ein Drittel) längere Gebäude. Es soll sich unmittelbar westlich an das bereits stehende Gebäude anschließen. Architekt Carsten Blad (Architektur Kontor Blad) plant hierfür in ebenfalls fünf Vollgeschossen und offenem, hellem Treppenhaus 164 Wohnheimplätze mit ebenso vielen Fahrradstell- sowie 19 Parkplätzen nahe des Kreisels zwischen Wohnheim, Uni-Hauptgebäude und Bibliothek. Die als „Ökotrasse“ bezeichnete Verbundsteinstraße zum Campusbad, die nur von Bussen, Taxen und Radlern befahren werden darf, bleibe als solche beibehalten, erklärte Blad. Es gebe keine Pläne, die Trasse aufgrund der beiden neuen Wohnheime als Straße für den Pkw-Verkehr freizugeben.

Der Bauantrag für das zweite Wohnheim soll Ende des Jahres gestellt werden. Geplanter Fertigstellungstermin ist derzeit zum Wintersemester 2019/20, also in gut zwei Jahren. Der Mietpreis soll analog zu Haus 1 im Durchschnitt 280 Euro warm betragen, inklusive Internet. Da mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus geplant wird, gebe es festgeschriebene Mietobergrenzen. Alle Zimmer werden möbliert vermietet.

Zur öffentlichen Bürgeranhörung im Paul-Ziegler-Zimmer des Technischen Rathauses waren vor allem Einwohner gekommen, die die Zukunft das unmittelbar angrenzenden Grundstücks nordwestlich davon bewegt: Aus der heutigen Kleingartenkolonie, der Mumm’schen Koppel, soll ein Wohngebiet mit 150 Wohnungen gemacht werden. Ein Kleingärtner schimpfte, man könne nicht das gesamte Quartier mit Gebäuden und Parkplätzen dichtpflastern – wobei der Unmut sich weniger an die Adresse der Wohnheimplaner richtet als an die vergangenen und künftigen Baupläne im gesamten Viertel. Die Anwohner erinnerten an die Gärten, die bereits für das FAB-Projekt „Auf der Canceley“ (160 Wohnungen) weggefallen seien und verlangten eine Gesamtplanung – und eine Kleingärtnerin wollte wissen, was auf dem Gelände an der Kanzleistraße passieren soll, auf dem die ungenutzten Flüchtlingscontainer stehen.

Immerhin eine gute Nachricht für die Bewahrer des Grüns im Viertel hatten die Planer: Da auf dem 4500 Quadratmeter großen Gelände der komplette westliche Teil unbebaut bleibe, könne die letzte Obstbaumwiese hier zwischen Campusbad und Uni weitgehend erhalten werden.

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Bewerbung ab sofort unter der Adresse: www.studentenwerk.sh/de/wohnen/wohnheimantrag-online/index.html



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erstellt am 04.Jul.2017 | 06:11 Uhr

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