Flensburger Citybahntrasse : Nächster Schritt zum Bahn-Radweg

Sie gaben den Anstoß: Energie- und Umwelt-Studenten haben im Uni-Seminar ein detailliertes Konzept für eine Umnutzung der Bahntrasse erarbeitet.
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Sie gaben den Anstoß: Energie- und Umwelt-Studenten haben im Uni-Seminar ein detailliertes Konzept für eine Umnutzung der Bahntrasse erarbeitet.

Grüne planen Antrag: Studenten stellen ihre Projektskizze im Rathaus vor - acht Abfahrten zwischen Hafenspitze und Nikolaiallee.

shz.de von
24. März 2017, 10:24 Uhr

Nächster Schritt auf dem Weg zum Radweg auf dem Bahndamm: Die Grünen wollen schon am 4. April mit einem konkreten Antrag in den Umwelt- und Planungsausschuss gehen; derzeit ist der Antrag in der Abstimmung zwischen den Fraktionen, damit er von einer möglichst breiten Mehrheit getragen werden kann. Eine Gruppe Flensburger Studenten, die schon vor einigen Wochen ihre Arbeiten zu diesem Thema öffentlich vorgestellt hatten, präsentierte die Pläne jetzt in diesem Ausschuss.

„Die Politik muss jetzt aus dem Quark kommen“, forderte Ausschussvorsitzender Axel Kohrt (SPD). Seine Partei hatte schon im Sommer 2015 gefordert, den innerstädtischen Bahndamm zwischen Hafenspitze und Nikolaiallee für einen Radweg umzunutzen. Konkrete Planungen sind jedoch erst möglich, seit die Ratsversammlung vor kurzem ihr Flensburger Bahn-Konzept beschlossen hat; darin wird endgültig Abschied genommen von der Idee eines City-Bahnhofs am Zob. Damit sind die Gleise auf dem Bahndamm obsolet.

Kern des studentischen Konzeptes ist ein vier Meter breiter Radweg auf dem Bahndamm; anschließen sollen sich eine Fahrradstraße auf der Nikolaiallee Richtung Weiche und separate Radwege auf beiden Seiten des Hafens – wiederum auf den Trassen der Hafengleise, so dass ein Ypsilon und eine schnelle, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Radwegverbindung entstehen.

Allein mit dem innerstädtischen Kernstück könne man neun Ampeln und fünf Minuten Fahrzeit sparen, erläuterte ein Vertreter der studentischen Arbeitsgruppe. Man schlage acht Zu- und Abfahrten vor, so dass der Weg mit dem Radverkehrsnetz verknüpft werden kann. Als ein mögliches Hemmnis sehen die Studenten den zum Teil starken Baumbewuchs am Bahndamm; der müsse für die Rampen großflächig entfernt werden. Wegen des zum Teil großen Höhenunterschieds benötige man lange Rampen.

Der Trassenverlauf sei auch deshalb gut für einen Radweg geeignet, weil einige Arbeitgeber in der Nähe liegen und mit der Gemeinschaftsschule West sowie den Berufsschulen auch Schulen. Bei einer Umfrage unter 1353 Personen, darunter ein Großteil Studenten, hätten 93 Prozent einen „Mehrwert“ in dem Bahndamm-Radweg gesehen; 88 Prozent hätten angegeben, ihn auch zu nutzen.

Ein möglicher Kostentreiber seien die Brücken, die auch eine Engstelle auf dem neuen Radweg darstellen. Eine Möglichkeit sei, sie zu entfernen und sie durch neue, attraktive Fahrrad-Brücken zu ersetzen, wie man es zum Teil in Kiel gemacht habe. In der Landeshauptstadt wird derzeit am zweiten Bauabschnitt einer gut vier Kilometer langen Veloroute im Westen Kiels gearbeitet. Der erste Abschnitt ist seit Herbst 2013 in Betrieb. In Kiel wird mit Kosten von 5,4 Millionen Euro gerechnet. Ein Großteil davon werde vom Land gefördert.

Grünen-Ratsherr Pelle Hansen geht davon aus, dass es in einem ersten Schritt um verkehrsplanerische Potenziale und Nutzungserwartungen sowie um die technische Realisierbarkeit, Finanzierbarkeit und rechtliche Fragen gehen wird.

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