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Standort gesucht : Nächste Runde im Flensburger Hotel-Marathon

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Flensburg soll ein hochwertiges 4-Sterne-Tagungshotel in Innenstadtnähe entstehen. Debattiert wird seit Jahren. Drei Standorte stehen nun im Fokus.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Flensburg | Die Stadt Flensburg geht in eine neue Runde der seit Jahren währenden Hotel-Diskussion. Bis April 2014 soll eine fundierte und breit getragene Empfehlung für einen Standort vorliegen; Ziel ist dabei nicht irgendein Hotel, sondern ein hochwertiges und innenstadtnahes Tagungshotel der 4-Sterne-Kategorie, das es bislang in Flensburg nicht gibt. Der Standort Hafenspitze/Kieler Anlagen spielt nach wie vor eine Rolle, es erfolgt bislang aber keine Vorfestlegung auf diesen sehr sensiblen Standort.

Wie ein schlingernder roter Faden zieht sich die Hotel-Debatte seit Jahren durch die öffentliche Diskussion in der Stadt. Ein hochwertiges Hotel in bester Innenstadtlage am Hafen gilt als Schlüsselprojekt in dem Bestreben, den Tourismus in Flensburg aufzuwerten. Gleichzeitig erhebt sich mit schöner Regelmäßigkeit bei nahezu jedem Vorschlag ein lautstarker Protest aus großen Teilen der Bevölkerung, wie zuletzt bei dem vor rund einem Jahr präsentierten Gutachten, das sich ganz klar für den Standort Kieler Anlagen/Hafenspitze ausgesprochen hatte.

Jetzt sucht die Stadt, angeführt vom Oberbürgermeister, den breiten Konsens. Eine „kompakte Arbeitsgruppe“, die direkt dem OB zugeordnet ist und der Mitglieder aus dem Haupt- sowie aus dem Planungsausschuss angehören, soll bis April „eine wirtschaftlich plausible und fachlich nachvollziehbare Standortempfehlung“ formulieren, wie es in der Vorlage heißt, für die beiden Ausschüsse, die sich am 22. und 29. Oktober mit der Hotelstandortfrage befassen werden. Dabei spielen drei mögliche Plätze eine besondere Rolle: das bereits geplante „Fördehotel Ballastkai“ neben dem Werftkontor, das schon vor drei Jahren als Idee vorgestellte Hotel am Volkspark (ehemaliges Klärwerk) und eben die Kieler Anlagen.

Bei dem von Kay-Uwe Petersen geplanten Hotel am Ballastkai soll untersucht werden, ob es als Top-Hotel in Frage kommt – so wie es das Hotel-Gutachten vom August 2012 empfiehlt. Bei dem Projekt „Fördehang-Volkspark“ oberhalb des „Tomatenbergs“ (Am Lautrupsbach) geht es um die Frage, ob dort überhaupt eine verträgliche Lösung möglich ist. Gleiches gilt auch für den Standort Kieler Anlagen.

Kaum ein Thema hat in den vergangenen Jahren Politik und Bevölkerung so sehr aufgeregt wie die Hotel-Frage. Bislang ist noch nicht ein einziges realisiert worden, obwohl rund ein Dutzend Standorte im Gespräch waren. Am weitesten fortgeschritten sind derzeit die Pläne für ein Hotel in der Alten Post und ein Hotel auf dem Gelände „Kayser’s Hof“ / Schiffbrücke, bei dem die Investoren derzeit aber noch in der Planungsphase sind. Gescheitert sind Hotel-Pläne auf dem Gelände der alten Klinik Ost an der Kelmstraße und am Brauereiweg. Unvergessen ist das Scheitern des Hotels am Ballastkai kurz vor der Ziellinie, als die Politik eine bereits gegebene Genehmigung kassierte.

Mit Ausnahme der Kelmstraße hat es bei jedem Projekt heftige, emotionsgeladene Diskussionen gegeben. So wurde vor etwa einem Jahr eine Ideenskizze für ein mögliches Hotel an den Kieler Anlagen als konkrete Vorplanung missverstanden und entsprechend heftig attackiert. Die „stark polarisierten Diskussionen“ möchte die Stadt in ihrem neuen Anlauf vermeiden. „Eine Fortführung der bisherigen Diskussionsmuster wäre für das Ansehen der Stadt Flensburg schädlich“, heißt es in der Vorlage. Eine „ergebnisoffene Herangehensweise“ soll jetzt helfen, den „reflexartigen Schlagabtausch zu vermeiden“.

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