Langballig : Nachwuchssorgen beim Roten Kreuz

DRK-Vorsitzender Manfred Clausen ehrte Anna Schliwski-Cillessen (l.) und Regina Jessen für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft.
DRK-Vorsitzender Manfred Clausen ehrte Anna Schliwski-Cillessen (l.) und Regina Jessen für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft.

Auch beim DRK Langballig wird es immer schwieriger, alle Vorstandsposten zu besetzen.

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25. Mai 2018, 12:15 Uhr

Langballig | Die Folgen des demografischen Wandels werden zunehmend spürbar, und sie gehen auch am DRK-Ortsverein Langballig nicht folgenlos vorbei. Dies wurde bei der ordentlichen Mitgliederversammlung jetzt mehrfach deutlich. Zwar konnten mit der stellvertretenden Vorsitzenden Elke Hansen und dem Kassenwart Uwe Carstensen zwei Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen bestätigt werden, der Posten des Schriftführers blieb aber weiterhin unbesetzt.

In seinem Bericht über das Jahr 2017 gab Vorsitzender Manfred Clausen bekannt, dass dem Ortsverein 235 Mitglieder angehörten. Vor zehn Jahren seien es noch doppelt so viele gewesen. Das Durchschnittsalter betrage mittlerweile 77 Jahre. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt nach seinen Worten bei der Seniorenarbeit in Grundhof und Munkbrarup. Daneben gebe es eine Tanz- und eine Wandergruppe sowie mehrere Gymnastikangebote. Die Kleiderkammer habe 12 000 Kleidungsstücke ausgegeben.

An den vier Blutspendeterminen, je zwei in der Schule Munkbrarup und im Landgasthaus Streichmühle, nahmen nach Clausens Aussage 120 Spender teil. Auch hier werde ein Rückgang verzeichnet, zum einen weil mit 73 Jahren die – ohnehin schon heraufgesetzte – zulässige Altersgrenze erreicht sei, zum anderen, weil jüngere Leute ausblieben. Abschließend zeichnete der Vorsitzende Regina Jessen aus Grundhof für 40 und Anna Schliwski-Cellissen aus Wees für 25 Jahre Mitgliedschaft im DRK mit Urkunde und Ehrennadel aus.

DRK-Kreisvorsitzender Harald Krabbenhöft bestätigte in seinem Grußwort, dass es zunehmend schwerer werde, Vorstandspositionen zu besetzen. Er räumte ein, „dass ich im Moment auch keine Lösung habe“. Gründe sah er in überbordender Bürokratie. Als Beispiel nannte er die neuen Datenschutzbestimmungen. Im Bereich der Blutspende suche eine Arbeitsgruppe gegenwärtig nach Möglichkeiten der Lockerung. Angesichts der Änderung der Altersstruktur nehme die Bedeutung der Seniorenarbeit zu. Die These „Das DRK hat sich überlebt!“ wies er mit Nachdruck zurück.

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