Nachts, wenn alle Spielsachen zum Leben erwachen

Suay Nora Neuburger verzauberte als thailändische Puppe.
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Suay Nora Neuburger verzauberte als thailändische Puppe.

shz.de von
16. Februar 2009, 05:59 Uhr

Flensburg | Tanzen von 3 bis ... Jahren kann jeder in der Ballettschule am Theater. Alle zwei Jahre zeigt Leiterin Tina Peters, dass Tanzen nicht nur Spaß macht, sondern auch ein Publikum begeistern kann.

170 Tänzer im Alter von 3 bis 85 Jahren standen gestern in der Waldorfschule mit klassischem Ballett, Kindertanz, Modern Dance, HipHop/Streetdance und Tap Dance auf der Bühne. Das Ballettmärchen "Der Spielzeugladen des Monsieur Quinaud" begeisterte Kinder wie Erwachsene im gut gefüllten Saal. Idee, Choreographie und Kostüme stammen von Tina Peters. Sie erzählt, dass "Die Nachtigall" von Hans-Christian Andersen und Tschaikowskis "Nußknacker" Pate standen. Mit ästhetischen Bildern und in fantasievollen Kostümen wird die Geschichte der Zwillingsschwestern Claire und Chloé erzählt, die sich ein Geburtstagsgeschenk aussuchen dürfen. In der Nacht träumen die Mädchen, dass alle Spielsachen zum Leben erwachen. Ein Lokomotivführer, der seine verschlafene Spielzeugeisenbahn steppend weckt, ein Dompteur mit Kuscheltieren, die kämpferische Partie eines Schachspiels, eine Horde Hampelmänner außer Rand und Band, Teddybären, Zinnsoldaten, kullernde, sich drehende Kreisel, ein Kartenspiel, Porzellanpuppen und vier übergeschnappte Puppen reißen das Publikum mit.

"Modern Dance ist die Spezialität von Tina Peters", erzählt Moderator Thomas Mühlhausen. Mit getanzter Poesie in diesem Stil geht es nach der Pause weiter. Die Seniorengruppe gefällt mit einem lyrischen Walzer von Schostakowitsch. Die Hip Hop-Tänzer zeigen mit der Fabel "Unschuld", dass auch ihnen Modern Dance liegt. Klare Favoriten sind die Tap Dancer, besonders die Fortgeschrittenen in "Acapella" mit ihren atemberaubenden Tempowechseln und Gegenrhytmen. In optisch reiz- und "geräusch"voller Kulisse aus zerknülltem Zeitungspapier überzeugen Mitglieder der Tanzkompanie.

Die Vorbereitung einer Präsentation dauere etwa ein Jahr, erzählt Tina Peters. Alle Kostüme sind von ihr entworfen und weitgehend auch angefertigt. Kein Wunder also, dass sich die Ballettschule nur alle zwei Jahre öffentlich zeigt - und Lust macht auf Mehr.

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