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Mürwik : Nachbarn stutzen Baupläne auf akzeptables Maß

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Baugebiet Alte Gärtnerei: Anlieger der Rabenslücke kämpfen weiter gegen Hochhaus-Pläne

Sie lassen nicht locker. Auch wenn das Bauprojekt im Entwurf schon beschlossen ist, wollen einige Anlieger der Rabenslücke das geplante Wohngebiet Alte Gärtnerei in Mürwik mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern – jedenfalls in den zur Rede stehenden Ausmaßen. Jetzt gehen sie mit einem Alternativvorschlag an die Öffentlichkeit.

Albert Wegner und Kay Jessen wohnen seit Jahrzehnten an der Rabenslücke. Nachdem die Gärtnerei schon vor vielen Jahren stillgelegt worden war, gab es 2009 erste Pläne für Wohnungsbau. 2011 hatte der Investor Werner Schmidt seine Planungen für eine Bebauung mit 94 Reihenhäusern schon weit vorangetrieben und war in einen Dialog mit den Nachbarn aus der Rabenslücke getreten. Doch letztlich kam es nicht zur Umsetzung, und Albert Wegner ist sich sicher, dass die Stadt Schmidts Projekt nicht wollte.

Dann war plötzlich ein anderer Investor mit einer völlig anderen Planung da. Jetzt ging es um Mehrfamilienhäuser mit rund doppelt so vielen Wohneinheiten. „Der Investor stellte uns fertige Pläne vor“, erinnert sich Wegner. „Uns als Nachbarn hatte man völlig vergessen.“ In einem Abstand von zehn Metern von der Grundstücksgrenze ist jetzt ein fünfstöckiger Baukörper geplant, auf den die Rabenslücker schauen würden. Sie sehen darin nicht nur eine Beeinträchtigung ihrer Aufenthalts- und Lebensqualität, sondern auch eine Wertminderung ihrer Grundstücke.

„Aber wir meckern nicht nur, wir legen auch was vor“, sagte Kay Jessen, von Beruf Bauingenieur. Er hat sich die Mühe gemacht und Zeichnungen angefertigt, die die Dimensionen der geplanten Bebauung aus verschiedenen Perspektiven zeigt. So wird deutlich, dass Jessens und Wegners Vorschlag eine deutliche Verbesserung der Situation mit sich bringen würde: Statt fünf sollte das Nachbarhaus nur drei Stockwerke haben, statt zehn sollte es 15 Meter von der Grenze entfernt liegen. Eine Antwort der Investoren auf diesen Vorschlag gibt es nicht.

Doch sollte es bei der ursprünglichen Planung bleiben, wollen Wegner, Jessen und andere Anlieger ein Normenkontrollverfahren beim Verwaltungsgericht anstrengen. „Das Gebot der Einfügung und der Rücksichtnahme sind Rechtsgrundsätze“, bekräftigt Wegner, der als früherer Leiter einer Bundesbehörde fachkundig ist, „und die werden hier sträflich ignoriert.“

 

 

 

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erstellt am 30.Jan.2014 | 08:12 Uhr

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