Gewitter : Nach Starkregen: Flensburg unter Wasser

Dieses beeindruckende Bild entstand in Wanderup.
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Dieses beeindruckende Bild entstand in Wanderup.

Unwetter im Norden: Die Feuerwehren in Flensburg und im Kreis Schleswig-Flensburg hatten nach Gewittern und starken Regenfällen alle Hände voll zu tun. Der Blaulichttag musste früher beendet werden.

shz.de von
05. Juli 2014, 19:47 Uhr

Flensburg | Für viele Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW endete der 2. Flensburger Blaulichttag am Samstag nicht mit dem Feierabend, sondern mit dutzenden Einsätzen nach einem schweren Unwetter. Rund 15.000 Leute kamen am Samstag an die Flensburger Hafenspitze, an der sich 19. Organisationen und Behörden vorstellten. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen wurde dem Publikum einiges geboten, in vielen Übungen stellten die Organisationen ihr Können unter Beweis, beim Open Ship konnten sich Klein und Groß Polizei-, Zoll- und Rettungsboote aus direkter Nähe anschauen. An Land konnten kleine und große Fahrzeuge aus Deutschland und Dänemark begutachtet werden. Einsatzkräfte aller Organisationen standen interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Die letzte Übung des Tages fiel dann jedoch buchstäblich ins Wasser. Es wurde schlagartig dunkel, Blitze gingen am Samstagabend im Minutentakt über Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg nieder. Ein gewaltiger Regenschauer beendete den Blaulichttag eine gute halbe Stunde früher als geplant. Binnen einer Stunde kam so viel Wasser vom Himmel, dass die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr überall aufnehmen konnte. Keller, Tiefgaragen und ganze Straßenzüge liefen voll Wasser. Für die Feuerwehren der Stadt bedeutete dies einen arbeitsreichen Feierabend. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch alle weiteren Wehren der Stadt im Einsatz, um Keller leer zu pumpen oder Straßen zu sichern.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt pumpten den Schacht des Karstadt-Kaufhauses so weit es möglich war leer. Als sie mit ihren technischen Mitteln nicht mehr weiter kamen, rückte das Technische Hilfswerk (THW) an und übernahm die Einsatzstelle. Nach rund zwei Stunden waren die Fahrstuhlschächte wieder leer.

In der Wilhelmstraße an der Hafenspitze liefen Hotelgaragen voll Wasser, Gullys konnten die großen Mengen des Regenwassers nicht mehr aufnehmen. Die Einsatzkräfte mussten an den Abflüssen Hand anlegen. Am Zob brach der Autoverkehr zusammen. Auch die Straße Kielseng stand unter Wasser, das Durchkommen war für Fahrzeuge unmöglich. Der Bereich musste von Polizeikräften abgesperrt werden, weil immer wieder Wassermengen aus dem angrenzenden Volkspark nachliefen.

Neben der Flensburger Berufsfeuerwehr wurden die meisten Freiwilligen Feuerwehren zu Nothilfseinsätzen alarmiert. Alle verfügbaren Tauchpumpen der Wehren liefen auf Hochtouren.

Auch in Glücksburg war die Feuerwehr im Einsatz, ein Baum war während eines Blitzschlages abgebrochen und versperrte in der Paulinenallee die Fahrbahn. Gegen 19 Uhr normalisierte sich die Wetterlage bereits wieder.

Die entstandenen Schäden waren am Abend noch nicht zu beziffern, die Versicherungen werden wohl Anfang der Woche viele Schadensfälle gemeldet bekommen, so ein Feuerwehrsprecher.

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