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108 Jahre alter Salondampfer : Nach Kesseltausch: „Alex“ erst Ende Januar zurück in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf der Husumer Werft wird die Alexandra wiederhergestellt. Die Rettungsboote werden im alten Stil gebaut.

Flensburg/Husum | Nein, mit Weihnachten im heimatlichen Hafen wird es für Dampfer „Alexandra“ nichts. Die Hoffnung auf eine Rückkehr in der nächsten Woche wird sich nicht erfüllen – zu viel ist noch zu tun nach dem Kesseltausch in der Husumer Werft.

Der neue Kessel für Flensburgs schwimmendes Wahrzeichen liegt fest in seinem Fundament auf dem Boden des Rumpfes. Die Anschlüsse für die Wasserversorgung und die Dampfleitungen sind hergestellt. Der Termin für ein Anheizen des neuen Kessels steht allerdings noch nicht fest. Aber das Schiff ist wieder dicht. Das Oberdeck, das für das Tauschen des Kessels per Kran abgeräumt und aufgerissen wurde, ist wieder geschlossen worden. Jetzt fehlt noch der Wiederaufbau des kleinen Kartenhauses unmittelbar hinter dem Steuerhaus, in dem der Kapitän seinen Platz an dem großen Rad hat.

„Jetzt gehört die Baustelle den Tischlern“, berichtet der Erste Kapitän Günter Herrmann. Ihr Können ist gefragt, wenn die sorgsam gesicherten Holzwände, die das denkmalgeschützte Äußere des Dampfers prägen, aufgebaut und zusammengefügt werden. Die Fertigung des Daches ist dann wieder Standard.

Allerdings ist im Schiffsinneren auch noch viel Bewegung. Vor dem Kesseltausch und der Öffnung des Decks hatte die Crew alles sorgfältig abgebaut, was mit Elektrik zu tun hat. Ein Schaden an früher sorgfältig verlegten Kabeln oder an wertvollen elektrischen Geräten wollte die Mannschaft keinesfalls riskieren. Diese Ausstattung findet jetzt wieder ihren Platz im Schiff.

Und der Alex-Verein arbeitet noch an einem besonderen Projekt: Das Schiff soll wieder Rettungsboote erhalten und dadurch die Optik bieten, die das Schiff nach seinem Bau 1908 und seiner Ankunft in Flensburg zeigte. Dafür konnte der Verein auf Fotos aus dem Jahr 1908 zurückgreifen, die Maße rekonstruieren und die kleinen Boote bei der Werft von Oliver Berking in Auftrag geben. Dort werden sie jetzt gefertigt. Auf dem Oberdeck der „Alexandra“ werden die Davits aufgestellt, jene bogenförmigen Gestelle, an denen die Boote hängen und an deren Seilen sie auf die Wasseroberfläche abgeseilt werden können.

Hafenkapitän Petry stellt allerdings klar, dass die Boote wohl nie zum rettenden Einsatz kommen werden: „Dafür haben wir moderne Rettungsmittel.“ Aber zu Wettbewerben im Pullen werden sie sich hervorragend eignen.

Und wann kommt die alte Dame nun zurück in ihren Heimathafen? Günter Herrmann: „Wir planen die Rückfahrt für das Wochenende 21./22. Januar. Das kommt allerdings auf das Wetter an.“ Klar, die 108 Jahre alte „Alexandra“ war ja einst für die Fahrt auf der Ostsee gebaut worden und nicht für die Nordsee, die im Winter schon mal ganz schön kabbelig sein kann.
 

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erstellt am 19.Dez.2016 | 07:23 Uhr

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