Nordermarkt in Flensburg : Nach Diebstahl: Neptun hat einen neuen Dreizack

Jens-Uwe Willner, Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums, bei der Montage.

Jens-Uwe Willner, Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums, bei der Montage.

Der Verschönerungsverein hat in diesem Jahr den fünften Ersatz-Dreizack hergestellt, weil der so oft gestohlen wird.

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23. Juni 2017, 11:38 Uhr

Flensburg | Es ist nicht die erste Kampfansage an Unbekannt, die der Flensburger Verschönerungsverein ausspricht. Schon vor zwölf Jahren schrieb das „Flensburger Tageblatt“, dass Schluss sein solle mit dem „Frevel“ und der Meeresgott vom Nordermarkt besser geschützt werden müsse. „Etwa ein bis zwei Mal jährlich in den letzten fünf Jahren“, hieß es damals, stahlen „Souvenirjäger“ den Dreizack des Neptun. Da ging auch schon mal die Hand drauf dank der Rüpel. Bannmeile aus Granitpfeilern, Strahlenkranz aus Nirosta-Stäben und Videokamera wurden als Gegenmittel angedroht, aber eben nur angedroht.

An der Beliebtheit des „Souvenirs“ hat sich nichts geändert. Auch nicht am Kampfgeist des Verschönerungsvereins. Eckart Gutschmidt hat regelmäßig Bronzeltafelgüsse in Arbeit, die bekannten Flensburgern gewidmet sind. Und leider auch Dreizacke. Anfang der 90er, schätzt Gutschmidt, habe er noch an den gewerblich-beruflichen Schulen 17 Exemplare aus Stahl hergestellt; die lagen auf Halde.

Nach der fünfwöchigen Sanierung des Brunnens im Spätsommer 2015 durch eine Expertin aus Timmendorfer Strand ging nicht nur wieder der Dreizack verloren, sondern erneut die Hand Neptuns zu Bruch. Seither baut Gutschmidt das Accessoire „fast originalgetreu nach“ aus Gießharz und versieht es mit Sollbruchstellen, so dass bei Vandalismus wenigstens die Gliedmaßen unversehrt bleiben. Der Verschönerer zieht aus der Tasche eine Silikonform, worin der Dreizack ausgespart ist. Jede neue Anfertigung kostet ihn einen Tag, sagt er. In diesem Jahr hat er ehrenamtlich Ersatzteil Nummer fünf gegossen, geschliffen und angemalt. Dieses hat am Donnerstag ein Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums Neptun in die Hand gedrückt.

Aus der Ferne könne man das Original nicht vom guten Kompromiss unterscheiden. Aber das gehe nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag so weiter, sagt Friedrich Schreiber vom Verschönerungsverein. Der Zeitpunkt sei wieder gekommen, über Maßnahmen nachzudenken. Ihn und Vereinskollegin Cordelia Feuerhake ärgern nicht nur die Investitionen. Sondern die Wirkung auf Touristen und vor allem der Mangel an Respekt vor dieser „wertvollen Sehenswürdigkeit“, sagt Schreiber. Er wünscht sich eine Kampagne, einen Ideenwettbewerb, wie man Neptun vor dem Raub des Dreizack schützen könnte.

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