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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:34 Uhr

Nach der Arbeit empfiehlt sich Bewegung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sportwissenschaftler Christopher Zitzmann hält viel von betrieblicher Gesundheitsförderung

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Vom ständigen Blick auf die Waage hält Christopher Zitzmann nichts. „Das verursacht nur Stress, weil man jedes Mal weniger wiegen will.“ Doch dieser Gedanke sollte beim Sporttreiben nicht dauerhaft im Vordergrund stehen, findet der promovierte Sportwissenschaftler der Universität Flensburg: „Die körperliche Fitness lässt sich nur mit Bewegung steigern und diese sorgt für wichtige Reize des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur.“

Dies könne sich auch positiv auf das Gewicht auswirken. „Gekräftigte Muskeln verbrennen selbst im Ruhezustand deutlich mehr Fett.“ Um dies zu erreichen, sei eine Kombination aus Ausdauersport und Krafttraining ideal. Doch gerade Einsteigern und Wiedereinsteigern rät der 48-Jährige zur Vorsicht. „Sie sollten ihren Gesundheitszustand vorher ärztlich überprüfen lassen.“

Anschließend gelte es, einen Sport zu finden, der zur jeweiligen Person passe. Für stark Übergewichtige sei Laufsport ungeeignet, weil dabei die Gelenke enorm belastet werden. „Besser für sie sind daher Radfahren oder Aquajogging.“ Allerdings müsse jeder für sich selbst ausprobieren, welche Sportart zu ihm passt und Spaß bereitet.

Damit sich dieser einstellt und es nicht nur beim Vorsatz bleibt, mehr Sport zu treiben, empfiehlt der 48-Jährige, der an der Kölner Sporthochschule studiert hat, sich zusammen mit einem Partner oder in einer Gruppe zu bewegen. So lasse sich der innere Schweinehund erheblich einfacher überwinden. Und das sei gar nicht so einfach, weil es vielen schwer falle, sich nach der Arbeit für den Sport zu motivieren. „Nach einem langen Tag im Büro ist der Kopf natürlich müde, aber der Körper braucht dann Bewegung.“

Und dafür reiche Sport in Maßen. „Am besten sind jeden Tag 30 Minuten.“ Wer das nicht schaffe, könne auch jeden zweiten Tag 45 bis 60 Minuten aktiv werden.

Zusätzliche Bewegung lässt sich allerdings auch anders in den Alltag integrieren. „Statt mit dem Auto kann man vielleicht auch mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren.“ Und statt Fahrstuhlfahren rät Zitzmann zum Treppensteigen. „Laut einer umstrittenen Studie verlängert sich die Lebenserwartung für jedes zu Fuß zurückgelegte Treppengeschoss um 14 Sekunden.“ Über den Wahrheitsgehalt der Studie lasse sich zwar streiten, doch wichtiger ist Zitzmann der psychologische Effekt. „Es motiviert doch, wenn man bei jedem zurückgelegten Treppengeschoss für sich mitzählt, um wie viel sich gerade möglicherweise die Lebenserwartung verlängert hat.“

Diese ist in unserer Gesellschaft ohnehin sehr hoch. Gerade deshalb hält Zitzmann es für ungemein wichtig, Sport zu treiben. „Damit lässt sich natürlichen Altersprozessen entgegenwirken.“ Daher ist dem Sportwissenschaftler die betriebliche Gesundheitsförderung sehr wichtig. „Über 80 Prozent der Berufstätigen arbeiten im Sitzen, das führt zu dauerhaft einseitigen Belastungen.“ Konkret empfiehlt Zitzmann daher, die Mittagspause für einen Spaziergang zu nutzen oder – sofern möglich – an betrieblichen Sportangeboten teilzunehmen. Und das möglichst regelmäßig, dann wird auch der bange Blick auf die Waage überflüssig.


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