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Fahndungserfolg in Flensburg : Nach brutaler Vergewaltigung auf dem Friedhof: Tatverdächtiger in Haft

vom

Eine Woche nachdem eine 23-Jährige auf dem Alten Friedhof in Flensburg vergewaltigt wurde, hat die Polizei einen 25-Jährigen festgenommen.

Flensburg | Die brutale Vergewaltigung einer 23-Jährigen in den Morgenstunden des 7. April auf dem Alten Friedhof ist aufgeklärt. Der Vorfall hatte über die Grenzen Flensburgs hinaus Wellen geschlagen – nun ist den Ermittlern ein offenbar dicker Fisch ins Netz gegangen. Als dringend tatverdächtig gilt ein 25-Jähriger, der in Flensburg seinen Wohnsitz hat. Der Mann dürfte für weitere Straftaten „unterschiedlicher Intensität“ verantwortlich sein, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag durchblicken ließ. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt – und schweigt.

Nur eine Woche nach der Tat ist der Kripo dieser Coup gelungen. Sie konnte den mutmaßlichen Täter bereits am Mittwochabend festnehmen, machten den Fahndungserfolg jedoch erst gestern publik. „Der Mann leistete keinen Widerstand“, sagte Polizeisprecher Matthias Glamann. Der entscheidende Durchbruch gelang dank eines DNA-Abgleichs beim Landeskriminalamt Schleswig-Holstein. „Es war wichtig für die Spurensicherung, dass sie so zeitnah tätig werden konnte“, sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. Das Opfer hatte die Polizei unmittelbar nach dem Vorfall über den Notruf 110 informiert. Sie war von dem dunkel gekleideten Unbekannten gegen 6 Uhr zu Boden geworfen, geschlagen und vergewaltigt worden. Sie wurde später in die Diako zur Behandlung ihrer Verletzungen gebracht.

„Der Mann ist der Polizei bekannt“, sagte Ulrike Stahlmann-Liebelt, „allerdings nicht durch einschlägige Taten.“ Das Spektrum seiner Aktivitäten dürfte also breit gefächert sein. Offensichtlich hat er eine kriminelle Vergangenheit auch außerhalb Flensburgs. Nach offiziell nicht bestätigten Informationen des Flensburger Tageblatts ergab der Abgleich mit der Datenbank einen Treffer im Zusammenhang mit einer Brandstiftung in einem anderen Bundesland. Doch ebenso dürfte er für Überfälle in der Fördestadt in Frage kommen. „Das wird derzeit überprüft“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Versuchte Vergewaltigung im Dezember in Flensburg: Dem Opfer ist beim Angreifer eine auffällige Hautveränderung an der Nase aufgefallen.
Versuchte Vergewaltigung im Dezember in Flensburg: Dem Opfer ist beim Angreifer eine auffällige Hautveränderung an der Nase aufgefallen. Foto: Polizei

Unter Umständen könnte es auch einen Zusammenhang mit dem Angriff auf eine 19-Jährige in der Nacht zum 6. Dezember 2014 auf der Westlichen Höhe am Peter-Christian-Hansen-Weg geben. Damals hatte ein Mann auf Krücken die junge Frau verfolgt, massiv bedroht und erst nach heftiger Gegenwehr von seinem Opfer abgelassen. Der Täter war trotz scheinbarer Gehbehinderung mit erstaunlicher Geschwindigkeit vom Tatort in Richtung Wald geflüchtet.

Bereits seit Monaten bearbeitet die Ermittlungskommission in Flensburg intensiv ungeklärte Überfälle auf Frauen.

Die Öffentlichkeitsfahndung nach der Vergewaltigung vor einer Woche erfolgte unter anderem über die Facebook-Fanpage der „Polizei Flensburg, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland“. „Noch nie ist diese Seite so stark frequentiert worden“, sagte Glamann. Zudem hatte die Flensburger Staatsanwaltschaft 3000 Euro für Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Festnahme eines Tatverdächtigen führen würden, ausgesetzt.

Seit dem Vorfall am vergangenen Mittwochmorgen suchte die Flensburger Polizei mit Hochdruck nach Hinweisen und Zeugen. Passanten und Anwohner im Umfeld des Tatortes wurden befragt, Pendler mit Flyern sensibilisiert.

„Ich freue mich ganz besonders über diesen schnellen Erfolg“, teilte Mathias Engelmann, Leiter der Bezirkskriminalinspektion Flensburg mit, „weil nicht nur dieser Fall aufgeklärt werden konnte, sondern auch weitere Taten verhindert worden sein dürften.“

Auch Ulrike Stahlmann-Liebelt zeigte sich erleichtert. „Der Fall hat für erhebliche Unruhe unter der Bevölkerung gesorgt“, sagte sie. Immerhin sei der Übergriff nicht im Schutz der Dunkelheit, sondern zu einer Uhrzeit passiert, zu der noch andere Passanten den Weg über den Friedhof zur Arbeit nehmen. „Wir sind sehr, sehr froh, dass wir den vermeintlichen Täter haben.“

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft führten die Ermittler den Beschuldigten beim Haftrichter des Amtsgerichts vor, der einen Haftbefehl gegen den Mann erließ.

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erstellt am 17.Apr.2015 | 12:42 Uhr

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